Entwicklung

Export: Wir sorgen für Bewegung


Eine Firma aus Blaubeuren liefert Schalthebel und Steuerstände in alle Welt

Blaubeuren. Eine Handbewegung, ein Knopfdruck, und tonnenschwere Lasten schweben in die Luft. Überall auf  dem Globus sorgen Schalthebel für Bewegung. Viele kommen aus  Blau­beu­ren: Dem dortigen Hersteller Spohn & Burkhardt eilt in vie-len Ländern der Ruf voraus, für Sonderwünsche gewappnet zu sein.

Zufrieden schlendert Geschäftsführer Theophil Rössle durch eine der Montagehallen. Dort bauen seine Mitarbeiter mit Fingerspitzengefühl viele Ein­zelteile zusammen. Fast alles ist Handarbeit.

Für Baumaschinen, Krane, Schiffe

Rössle nimmt hier und da einen der Lieferscheine in die Hand, die bei den fertigen „Joysticks“ liegen – so nennen die Mitarbeiter sie. Dann hebt er die Augenbrauen und liest: „Italy“, „Brasilien“. Und: „Der geht nach China.“

Die 250 Beschäftigten, die in Blaubeuren auf zwei Werke verteilt sind, stellen auch Steuerstände mitsamt Sitzen her. Zumeist landen die Produkte in Kranen und Baumaschinen, etwa  an Häfen, auf Baustellen und im Bergbau. Auch andere Fahrzeuge und Jachten werden damit gelenkt.

Zu rund 70 Prozent liefert der schwäbische Betrieb ins Ausland. Das macht sich auch in der Abteilung bemerkbar, wo die Bedienungshinweise auf die Steuerschalter graviert werden: Wenn die Teile aus der Maschine kommen, haben sie zuweilen russische und chinesische Schriftzeichen. Sie bedeuten zum Beispiel „aufwärts“ und „abwärts“.

David Rössle, Sohn des Geschäftsführers, ist diplomierter Designer. Er hat bei seiner Arbeit die Leute im Blick, die den Hebel später in der Hand haben: Sie sollen bequem arbeiten können. Moderne Steuerstände verfügen deshalb beispielsweise über elektrisch verstellbare und belüftete Sitze, gepolsterte Lehnen und Monitore. 

Wer bei Spohn & Burkhardt  bestellt, will Klasse statt Masse. Die Kunden ordern meist kleine Serien – mal nur zwei Exemplare, mal 30. Rössle junior erzählt: „Wir haben schon Schalter-Griffe aus Wurzelholz gemacht und Steuerstände mit Sportwagen-Sitzen.“ Jetzt wünsche ein Kunde einen Steuerstand ganz ohne Kabel – auch das sei machbar.

Außerdem zählt die Zu­verlässigkeit. Der Senior-Chef weiß: „Wenn ein Containerkran in einem Hafen eine Stunde ausfällt, kostet das einige Tausend Euro.“ Deshalb sei für viele Kunden nicht der Preis vorrangig, sondern die Qualität.

Fälschern immer einen kleinen Schritt voraus

Qualität und Design entwickelt das Unternehmen ständig weiter. So schnell, dass Nachahmer schwer hinterherkommen. Immer wieder entdeckt David Rössle auf Messen in aller Welt Kopien der eigenen Produkte. „Oft ist sogar das Typenschild abgekupfert“, sagt er. „Aber wir sind den Fälschern immer einen  kleinen  Schritt  voraus.“

 

Übrigens ...

Das Ländle prescht beim Export vor

Die Ausfuhren haben in Baden-Württemberg stärker zugelegt als im deutschen Durchschnitt: Hier exportierten die Betriebe von Januar bis Juli 22 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bundesweit stieg der Export nur um 18 Prozent. 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang