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Euro-Schwäche stärkt


Bayerische Unternehmen profitieren auf den Überseemärkten

München/Baiersdorf. Der Euro hat an Wert verloren: seit seinem Höchststand vor zwei Jahren rund ein Fünftel im Verhältnis zum Dollar. Auslöser für den 2010 beschleunigten und erst im Juli gestoppten Rutsch war die Finanzkrise in Griechenland.

Deutsche Urlauber in den USA ärgern sich darüber: Für einen Euro gibt es jetzt im Tausch weniger Dollar.

Für die deutschen Unternehmen, die ihre exportierten Produkte gegen Dollar verkaufen, ist der veränderte Wechselkurs aber positiv. Nicht nur in den USA, auch in vielen Ländern Asiens wird in der amerikanischen Währung bezahlt. Und Waren aus der Euro-Zone sind in Dollar gerechnet günstiger ge­worden.

„Der Preis hängt vom Öl und Dollar ab“

„Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil für die exportorientierte bayerische und gesamte deutsche Wirtschaft“, stellt Karl Haeusgen fest, der Vorsitzende des bayerischen Landesverbands des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.

Auch die Eisen GmbH in Baiersdorf bei Nürnberg profitiert. Der Hersteller von Spitzern für Bleistifte und für Kosmetikstifte erzielt ungefähr die Hälfte seines Umsatzes in Dollar. „Daher hilft es uns, dass der Euro relativ tief steht“, berichtet Florian Waibel, für Finanzen zuständiges Mitglied der Geschäftsleitung.

Allein in den USA macht das Unternehmen etwa 10 Prozent des Geschäfts. „Dort hatten wir in der Konjunkturkrise die stärksten Absatzrückgänge.“ Nun spricht Waibel von einer deutlichen Erholung – in Amerika und allen anderen Regionen.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich mit dem abgeschwächten Euro-Kurs Rohstoffe verteuern, die in Dollar abgerechnet werden. Zum Beispiel Öl und Stahl.

Wichtiges Material für den Baiersdorfer Spitzer-Produzenten ist Kunststoff-Granulat, das unter anderem aus Erdöl hergestellt wird. „Der Preis hängt deshalb vom Ölpreis ab und damit auch vom Dollar“, sagt Waibel.

Unterm Strich sei es für Eisen aber positiv, dass der Euro-Kurs nachgegeben habe: Der Währungsvorteil im Export überwiege den Preisnachteil im Einkauf von Rohstoffen.

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