Diese Frau baut besondere Brummis

Esterer in Nordhessen: So wurden die Spezialisten für Tankfahrzeuge Marktführer

Helsa. „Anfangs war es schwierig“, gibt Julia Esterer zu, „aber dann habe ich mich doch schnell durchgesetzt.“ Heute, sechs Jahre nachdem sie in das Familienunternehmen Esterer in Helsa bei Kassel einstieg, steht die Belegschaft geschlossen hinter der Chefin und Mutter von zwei kleinen Jungs.

Produktionsmitarbeiter Jens Harder beispielsweise nimmt jeden Tag über 80 Kilometer Anfahrtsweg in Kauf. „Weil mir die Arbeit hier und vieles andere einfach gefällt“, betont der Kfz-Elektriker, der seit über zwölf Jahren zur Belegschaft gehört.

Christoph Faber ist noch neu und Azubi zum Anlagenmechaniker Apparate- und Behälterbau. Von klein auf ist ihm die Firma jedoch vertraut. Sein Vater Herbert Bethge hat Sohn Christoph oft vom Betrieb vorgeschwärmt.

Jetzt arbeitet der gemeinsam mit dem Papa in der Tankfertigung und sagt begeistert: „Ein Unternehmen wie Esterer gibt es nicht so oft auf der Welt.“ Mit rund 170 Mitarbeitern ist Esterer deutscher Marktführer für Straßentankwagen und weltweit die Nummer eins, wenn es um Tankfahrzeuge für Flugzeuge geht.

Dieses Jahr wird ein Umsatz von gut 40 Millionen Euro angepeilt. Jeden Tag verlassen hier ein bis zwei Fahrzeuge das Werk, vom Tanklaster für Diesel oder Heizöl bis zum 80.000 Liter fassenden Lastzug für die Flugfeldbetankung.

„Sämtliche Funktions- und Sicherheitseinrichtungen müssen bei all dem nicht nur stimmen, sondern auch lange sicher und zuverlässig arbeiten, egal unter welchen klimatischen Bedingungen“, betont Julia Esterer.

Bei individuellen Kundenwünschen kommen die eigenen Spezialisten ins Spiel, die Sonderlösungen entwickeln, zum Beispiel zur Betankung des Airbus A 380.

1955 gründete der Großvater von Julia Esterer die Firma. Heute führt sie die Geschäfte gemeinsam mit ihrem Vater Harold. Sie brachte ein abgeschlossenes BWL-Studium sowie langjährige Management- und Auslandserfahrung beim BMW-Konzern mit.

In den zurückliegenden sechs Jahren wurden alle Prozesse restrukturiert, Trainingscenter eingerichtet, und die Mitarbeiter lernten, in Prozessen zu denken. Während zeitgleich mehrere Mitbewerber aufgeben mussten, arbeitet man bei Esterer bereits an der weiteren Verbesserung von Produkten und Prozessen.

Die Unternehmerin: „Die Welt ändert sich, und darauf müssen wir alle, Chefs wie Mitarbeiter, jeden Tag aufs Neue reagieren.“


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