Betriebsrente

"Es gibt keinen Grund, das zu verschenken"

„Weltweit das Beste, das man haben kann“: MetallRente-Geschäftsführer Heribert Karch erklärt die Vorteile der deutschen betrieblichen Altersvorsorge. Foto: MetallRente/Bennet

MetallRente: Wer legt die Beiträge fürs Alter an – und wie hoch ist die Provision?

Fast 60 000 neue Kunden allein im Jahr 2011: Das von den Arbeitgebern und der Gewerkschaft getragene Versorgungswerk MetallRente wächst und wächst. Vor allem, weil es den Arbeitnehmern sehr gute Konditionen bieten kann. Warum das so ist, wo eigentlich die Beiträge bleiben und wie viel davon die Verwaltung schluckt – darüber sprach AKTIV mit Heribert Karch, dem MetallRente-Geschäftsführer.

Interview

AKTIV: Wie viele Menschen setzen ihr Geld in Sachen Altersvorsorge auf die MetallRente?

Karch: Wir haben aktuell fast 450 000 Verträge im Bestand – und es werden täglich mehr. Damit zählen wir zu den größten Versorgungswerken in Europa.

AKTIV: Wie viel Personal benötigen Sie, um das zu stemmen?

Karch: Die MetallRente hat sieben Mitarbeiter. Wir kaufen aber außerdem viel externe Beratungsleistung ein.

AKTIV: Um die Geldanlage selbst müssen Sie sich ja auch nicht groß kümmern ...

Karch: Korrekt. Das Geld für die Varianten Direktversicherung und Pensionskasse, das 95 Prozent aller Beiträge ausmacht, geht direkt an ein Konsortium: Es besteht aus fünf großen Versicherungen unter Führung der Allianz.

AKTIV: Ist das auf Dauer festgeschrieben?

Karch: Nein, wir könnten das auch ändern – dafür haben wir sehr ausgefuchste Verträge. Wir sind also nicht auf Gedeih und Verderb an einen Partner gebunden.

AKTIV: Und die Konditionen – sind die besser, als wenn ich einfach so, zum Beispiel bei der Allianz, eine ganz normale Lebensversicherung unterschreibe?

Karch: Ja. Das liegt an der Einkaufsmacht durch die Menge der Beitragszahler: Wir bekommen sozusagen Mengenrabatte. Auch die Größe des Industriezweigs an sich ist wichtig, die Reputation und Stärke der Tarifparteien. Mit Metall und Elektro will man sich durchaus auch in der Finanzbranche gut stellen.

AKTIV: Wie hoch sind denn dann die Provisionen genau, und wann werden sie fällig?

Karch: Die Abschlussprovisionen betragen 1,6 Prozent der sogenannten Bewertungssumme. Und das ist ausgesprochen wenig – wer sich auf eigene Faust versichert, zahlt nämlich etwa doppelt so viel. Verteilt werden diese Kosten auf die ersten fünf Jahre der Laufzeit, das ist heute überall üblich.

AKTIV: Wie sieht es bei den laufenden Verwaltungskosten aus?

Karch: Auch da liegen wir vergleichsweise sehr gut.

AKTIV: Damit bleibt dann ein größerer Beitragsanteil, der fürs Alter gespart werden kann. Wie wird das Geld verzinst?

Karch: Nehmen wir als Beispiel die Direktversicherung, auf die inzwischen die übergroße Mehrheit unseres Neugeschäfts entfällt: 2011 lag die Gesamtverzinsung bei rund 4,7 Prozent, dieses Jahr bei rund 4,3 Prozent.

AKTIV: Inklusive der nicht garantierten Schlussgewinnanteile.

Karch: Genau. Aber das ist bei dieser Vergleichszahl allgemein üblich. Und der Gesetzgeber hat ja den Garantiezins für neue Verträge von 2,25 auf 1,75 Prozent gesenkt, wegen des allgemein extrem niedrigen Zinsniveaus. Die hohen Renditen der Vergangenheit werden wir so schnell nicht wieder sehen – bei keiner sicheren Sparform.

AKTIV: Bis jetzt haben wir so getan, als ginge es nur um eine rein private Vorsorge ...

Karch: ... und damit die zwei wichtigsten Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge verschwiegen! Erstens wird sie vom Staat gefördert. Wer das voll ausnützt, dem bringt das im Jahr etwa 1 300 Euro. Zweitens bekommen Metaller, die nach Tarif bezahlt werden, vom Betrieb knapp 320 Euro im Jahr dazu, als sogenannte AVWL. Es gibt überhaupt keinen Grund, das zu verschenken. Das erkennen zum Glück auch schon junge Leute: Ihr Anteil unter den MetallRente-Sparern ist zuletzt signifikant gestiegen.

AKTIV: Bleibt noch die Frage nach der Sicherheit.

Karch: Wir haben ein sehr strenges Regelwerk: Wenn es ein Land gibt, in dem diese Altersvorsorge besonders sicher ist, dann Deutschland! Unsere betriebliche Altersvorsorge ist weltweit das Beste, das man haben kann.


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