Konjunktur

Erfreuliche Signale aus dem Hildesheimer Wald


Bosch und Car Multimedia haben die Krise gut überstanden

Hildesheim. Es scheint, als ginge es federleicht: Heinz-Werner Bode bedient mit seinen Fingerspitzen eine Hebehilfe. Wenig später ist der Hybridmotor zur Endprüfung bereit.

Bosch in Hildesheim setzt auf die neue Antriebstechnik und greift dafür tief in die Kasse: Bis Ende des Jahres will der Autozulieferer 15 Millionen Euro vor allem für neue Maschinen und Anlagen investieren.

Die Hildesheimer Bosch-Führung blickt entsprechend optimistisch in die Zukunft. Mit der Produktion von Elektromaschinen für Hybridmotoren nimmt ein neues Geschäftsfeld Fahrt auf. Waren 2009 zunächst Muster hergestellt worden, werden in diesem Jahr schon 7.000 Stück das Werk verlassen.

Bode und seine Kollegen bauen die Maschinen für den Touareg von Volkswagen und den Porsche Cayenne. Eine zweite Produktionsplattform für einen weiteren Kunden wird derzeit aufgebaut – wer dies ist, wollen die Hildesheimer noch nicht verraten.

Das Hildesheimer Bosch-Werk nimmt für ausländische Bosch-Standorte eine Leitfunktion bei der Hybrid-Produktion ein. Soll heißen: Die Fachkenntnisse aus Hildesheim werden nach Ungarn, Indien oder China exportiert.

Besonders China sieht die Werkleitung als künftigen Wachstumsmarkt – und davon profitieren die Niedersachsen. „Der Standort im Hildesheimer Wald hat eine große Tradition für Bosch“, sagt Werkleiter Martin Ziegler. Er ist seit Mai der neue kaufmännische Chef im Werk.

40 Mitarbeiter eingestellt

Die Wirtschaftskrise, berichtet er, habe man hier, wo vor allem Starter und Lenkmotoren hergestellt werden, gut überstanden.

Zurzeit beläuft sich die Zahl auf mehr als 1.500 Mitarbeiter, davon sind 150 Auszubildende. 150 Beschäftigte haben das Werk im vergangenen Jahr verlassen – sozialverträglich, wie Ziegler betont. Gleichzeitig sind aber auch 40 hochqualifizierte neue Mitarbeiter für den Hybrid-Aufbau eingestellt worden.

Positive Nachrichten verkündet auch die Bosch-Tochter Car Multimedia GmbH (ehemals Blaupunkt), die nur wenige Meter entfernt ihren Sitz hat und rund 1.300 Mitarbeiter am Standort Hildesheim beschäftigt. Sie hat sich auf Infotainment und Telematiksysteme spezialisiert.

Über 10 Prozent Wachstum

„Wir legen wieder kräftig zu“, sagt Geschäftsführer Uwe Thomas. Nach schweren Jahren des Umbruchs und des Verkaufs der Marke Blaupunkt geht es nämlich bergauf.

Der Umsatz stieg 2009 um 26 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 853 Millionen Euro an. „Und wir werden in diesem Jahr um mehr als 10 Prozent wachsen“, verkündet Thomas. „Und darauf können wir ein wenig stolz sein.“

Werner Fricke

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