Mittelstand

Erfolgreich mit dem Alleskönner


Die Albis Plastic GmbH vermarktet und veredelt thermoplastische Kunststoffe

Hamburg. Hellblau schimmern die Körnchen, die Stephan Teichert in der Hand hält. Nach dem Rundgang durch die Fertigung der Albis Plastic GmbH lässt er das Granulat durch die Finger rieseln. Die manuelle Prüfung durch den Qualitätsbeauftragten ist bestanden – doch was wirklich drin steckt, wird erst später im Spritzgussverfahren deutlich: „Dort prüfen wir, ob es alle Anforderungen erfüllt.“

45 Prozent Umsatzplus

Die Kunden des Hamburger Kunststoff-Spezialisten haben höchste Ansprüche aller Art: lichtdurchlässig, UV-beständig, thermisch leitfähig, flexibel oder starr. Kunststoff lässt die Gangschaltung im sportlichen Coupé metallisch schimmern, macht Schutzhelme federleicht, auch in Auto-Scheinwerfern werden Reflektoren aus Albis-Material eingesetzt.

Das Unternehmen, eine Tochter der Otto-Krahn-Gruppe, veredelt nicht nur Kunststoff-Rohstoffe zu solchen Anwendungen. Es vermarktet auch Produkte internationaler Produzenten wie Bayer und BASF. Hier liegen sogar die Wurzeln des Unternehmens Albis, das vor genau 50 Jahren gegründet wurde. 1972 kam die „Compoundierung“ hinzu. „Dabei werden Füll- oder Zusatzstoffe beigemischt, um die Eigenschaften gezielt zu verändern“, erläutert Geschäftsführer Hans-Jochen Lorenzen.

Albis startete Ende der 90er-Jahre das Eigenmarken-Programm und 2004 ein Produktentwicklungszentrum. „Hier entwickeln wir im Dialog mit den Kunden maßgeschneiderte Produkte“, berichtet Lorenzen. Das Verhältnis Distribution zu eigener Herstellung liegt bei 70 zu 30.

Albis hat das umfassendste Sortiment an Thermoplasten – Alleinstellungsmerkmal in einem hart umkämpften Markt. Zu den wettbewerbsfähigen Eigenmarken zählt der Kunststoff „Alcom Light Blocking“, der das Durchscheinen bei der Tacho-Anzeige verhindert.

Ob Autos, Fernseher, Küchengeräte oder Sportbekleidung – das Anwendungspotenzial kennt kaum Grenzen. „Wir liefern in viele, ganz unterschiedliche Branchen“, betont Lorenzen. Nicht zuletzt deshalb konnte Albis im Jahr 2010 trotz Nachwirkungen der Wirtschaftskrise mit 45 Prozent Umsatzwachstum das bes- te Jahr der Firmengeschichte verzeichnen.

Werben um den Nachwuchs

Sorgen macht dem Firmenchef der Fachkräftemangel: „Es wird immer schwerer, Kunststoff-Ingenieure zu finden.“ Deshalb pflegt Albis engen Kontakt zu Schulen und Unis, ist beim Girls’ Day, in der „Langen Nacht der Industrie“ und auf Messen aktiv. Schüler und Studenten lassen sich durchaus begeistern: mit krisensicheren Arbeitsplätzen, guten Aufstiegschancen und interessanten Produkten.


Info: Albis Plastic GmbH

Der in Hamburg ansässige Kunststoff-Spezialist unterhält neben Verkaufsbüros in Deutschland 16 Tochtergesellschaften im Ausland – unter anderem in den USA, in Spanien, der Türkei und in China.

Produktionsstandorte befinden sich in Hamburg und Zülpich bei Köln sowie in Knutsford (Großbritannien). Mit rund 900 Mitarbeitern erreichte Albis 2010 einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro.

www.albis.com

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