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Erfolgreich durch Spezialisierung


Wie Zollern auf Nischen setzt – und dabei die Weichen für die Zukunft stellt

 

 

Sigmaringendorf-Laucherthal. Vor über drei Jahrhunderten legte Fürst Meinrad II. von Hohenzollern-Sigmaringen den Grundstein für das heutige Industrieunternehmen Zollern. Der Adlige mit Unternehmergeist ließ im Laucherthal eine Eisenschmelze mit Hammerschmiede bauen.

Zollern gehört heute noch immer zur fürstlichen Unternehmensgruppe und ist damit das älteste noch bestehende Familienunternehmen in Baden-Württemberg.

 

 

 

Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Hochofen stillgelegt, und das Unternehmen konzentrierte sich auf die Metallverarbeitung. Seither hat sich Zollern zu einem in fünf Geschäftsfelder aufgefächerten Konzern gemausert, der 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Global Player verdient sein Geld mit Spezialprodukten aus Metall. 15 Ableger in Europa, Amerika und Asien tragen dazu bei.

 

 

 

Getriebe für Schiffs- und Hafenkrane

 

 

 

„Wir stellen Metallteile her, die etwas bewegen oder in Bewegung halten“, so bringt Raik Flämig, der Leiter des internationalen Vertriebs, die Geschäftsfelder auf einen gemeinsamen Nenner. Größter Bereich ist dabei die Antriebstechnik. Sie trägt rund 280 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von 600 Millionen Euro bei.

 

 

 

Produziert werden Getriebe und Winden für sehr unterschiedliche Anwendungen, wie zum Beispiel Schiffs- und Hafenkrane, Baumaschinen oder Windkraftanlagen.

 

 

 

Der zweitgrößte Bereich ist mit einem Anteil von 150 Millionen Euro die Gießerei- und Schmiedetechnik. Hier entstehen Feingussteile, mit denen vor allen Dingen die Automobil-Industrie beliefert wird.

 

 

 

Die Mitarbeiter dieses Bereichs sind nicht nur Könner im Gießen, sondern auch absolute Spezialisten für Nichteisen- und Stahllegierungen. Davon gibt es bei Zollern 700 verschiedene Varianten.

 

 

 

 

 

 

 

Auch in der Gleitlagertechnik hat sich das Unternehmen einen respektablen Platz erobert. Die Lager kommen in Schiffdieselmotoren zum Einsatz, die weltweit jedes zweite Schiff antreiben. Die beiden kleinsten Bereiche sind die Spezialprofile und die Maschinenbauelemente, mit denen Zollern ebenfalls Nischen besetzen konnte.

 

 

 

Zukunftsmarkt Wasserkraftwerke

 

 

 

Das Erfolgsrezept ist die komplette Herstellung: Zollern liefert seinen Kunden  einbaufertige Produkte. Besonders gefragt sind etwa Turbinenräder für den Tur­bolader im Auto – Gussteile, mit denen die Leistung von Motoren erhöht wird.

 

 

 

„Wir fertigen mehr als 5 Millionen Stück im Jahr und haben einen Marktanteil von 20 Prozent“, erklärt Flämig. Obwohl dieser Markt noch weiter ausbaufähig ist, stellt sich Zollern auch schon auf die Zeiten nach dem Verbrennungsmotor ein.

 

 

 

Deshalb werden etwa Produkte für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrttechnik weiterentwickelt.Ein Zukunftsmarkt sind auch die riesigen Turbinen­räder für Wasserkraftwerke.

 

 

 

„Die verschiedenen Geschäftsfelder sind ein solides und sich untereinander ausgleichendes Fundament für den Konzern, womit strategische Entwicklungen, auch über Durststrecken hinweg, ermöglicht werden können“, erklärt Vertriebsleiter Flämig das Konzept.

 

 

 

Er ist sich sicher, dass Zollern damit für die nächsten 300 Jahre gut gerüstet ist.

 

 

 


 

 

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