Mittelstand

Erfolg auch in der Krise


Fendt-Caravan mit ausgezeichneter Kundenbindung

Mertingen. Die Entscheidung trifft die Frau. Das erlebt Klaus Förtsch immer wieder. Deshalb ist dem Geschäftsführer von Fendt- Caravan eine schon optisch attraktive Ausstattung der Wohnwagen so wichtig.

„Unsere Kunden entscheiden sich immerhin für ein Zweit-Haus“, sagt Förtsch. „Da muss alles passen.“  Und so werden Matratzen, Gardinen und Holzdekore in verschiedenen Farben, Mustern und Materialien angeboten.

Aber auch auf die Sicherheit legten die Kunden viel Wert, erklärt der Geschäftsführer des Unternehmens in Mertingen nahe Augsburg. Eine spezielle Anhängerkupplung, die ein Schlingern des Wohnwagens verhindert, gibt es zum Beispiel serienmäßig.

Einziger deutscher Wohnwagen-Produzent

Weil aber nur Händler den Verkauf übernehmen, ist es gar nicht so einfach, in direkten Kontakt mit den Kunden zu kommen. Deshalb hat sich die Firma einiges einfallen lassen: Werkbesuche, Treffen, ein Kundenmagazin und sogar einen Fendt-Caravan-Fanclub. Für seine enge Kundenbindung ist das Unternehmen mit 590 Mitarbeitern schon mehrmals ausgezeichnet worden. Und es hat ihm geholfen, trotz Krise erfolgreich zu bleiben – als einziger Wohnwagen-Produzent in Deutschland. 

Der gesamte deutsche Markt ist laut dem „Caravaning Industrie Verband“ von Januar bis Oktober 2009 um 15 Prozent geschrumpft. In diesem Umfeld konnte Fendt-Caravan den Absatz um 2,6 Prozent steigern. Die Beschäftigten machten sogar Überstunden.

Briten wollen Grill, Spanier viele Betten

40 bis 50 Wohnwagen rollen täglich aus der Produktionshalle. Und die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Das ist einer besonderen Kundengruppe zu verdanken: den fahrenden Händlern und Schaustellern in Frankreich. Dort ist das Unternehmen mit 47 Prozent Marktanteil die Nummer eins. „Der ideale  Härtetest für uns. Denn die Schausteller wohnen das ganze Jahr in ihren Caravans“, sagt Geschäftsführer Förtsch.

Auch die Franzosen haben spezielle Wünsche für die Ausstattung. Förtsch weiß: „Ohne Duschkabine geht nichts.“ Ebenso kennen sich die Schwaben mit anderen Vorlieben aus: Den Spaniern sind viele Betten und ein großer Kühlschrank wichtig, die Briten dagegen schwören auf den Backofen mit Grill. Die Holländer brauchen viel Platz für Vorräte. Und die Skandinavier  wiederum achten in erster Linie auf eine gute Isolation und eine Fußbodenheizung.

Das will bezahlt sein. Ein Anhänger der meisten anderen Hersteller kostet im Durchschnitt 15.000 Euro. Mit diesem Betrag geht es bei Fendt-Caravan erst los. Handarbeit hat eben ihren Preis.

Miriam Zerbel

 

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