Fachkräfte

Englisch, Mathe und ein Lächeln


Berichten über ihre Ausbildung: Ralf Oettler, Katharina Voges und Eugen Pfeifer (von links) gehören zum Armacell-Fachkräfte-Nachwuchs. Foto: Fricke

Armacell schult Azubis über den normalen Ausbildungsplan hinaus

Münster. Fachkräftemangel – etliche Firmen in der Kautschuk-Industrie kennen das Problem. Vielerorts wird daher die eigene Ausbildung immer wichtiger. Etwa bei der Armacell GmbH in Münster.

Der Hersteller von technischen Dämmstoffen beschäftigt derzeit 18 kaufmännische und 24 gewerblich-technische Nachwuchskräfte. Und Kathrin Hänisch, kaufmännische Ausbildungsleiterin, sagt: „Wir bilden für den eigenen Bedarf aus und haben die Zielsetzung, unsere jungen Nachwuchskräfte zu übernehmen.“

Wichtig: Eigenständig Wissen aufnehmen

Armacell tut viel dafür, damit das gelingt. In innerbetrieblichen Workshops und Kursen lernen die Azubis, was im beruflichen Alltag wichtig ist. „Dazu zählt mehr als die bloße Beschäftigungsfähigkeit”, betont die Ausbildungsleiterin. Es gehe um „berufliche Handlungskompetenz”.

Katharina Voges (20), Ralf Oettler (24) und Eugen Pfeifer (23) berichten über ihre Erfahrungen. „Beim Telefon-Workshop habe ich wichtige Tipps erhalten“, sagt die angehende Industriekauffrau Katharina Voges. „Ich dachte, telefonieren kann jeder – jetzt weiß ich, wie wichtig genaues Zuhören, deutliches Sprechen und Konzentration sind. Wenn man lächelt, wirkt man auch in der Stimme freundlicher.“

Der innerbetriebliche Ausbildungsplan umfasst unterschiedliche Elemente – von der Produktschulung über Sicherheitsunterweisungen bis hin zum Telefon-Workshop. Allerdings ist es Armacell wichtig, die Lerninhalte nicht nur vorzugeben, sondern die Azubis auch zu motivieren, sich eigenverantwortlich und selbstständig Wissen anzueignen.

Für Ralf Oettler, einen angehenden Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung, ist dies etwa der betriebsinterne Englisch-Unterricht, in dem er seine Geschäftssprache verbessert. „In den zwei Jahren Bundeswehr nach dem Abi habe ich wenig Englisch gesprochen“, erzählt Oettler, in dessen Berufsalltag Spediteure aus Polen, England oder Frankreich anrufen und er auf Mails aus dem Ausland antworten muss.

Zudem hat Armacell einen Mathe-Lehrer engagiert, um Kenntnisse in diesem Bereich aufzubessern. Und schon im ersten Lehrjahr gibt es das dreitägige Seminar „Lernen lernen“ auf Schloss Walbeck. „Es geht darum, herauszufinden, welcher Lerntyp man ist“, sagt der angehende Verfahrensmechaniker Eugen Pfeifer. „Und wie man Lernstoff besser behalten kann.“ Heute weiß er: „Ich bin ein Hör-Typ. Daher spreche ich den Unterrichtsstoff jetzt auf eine CD und höre die dann mehrfach ab – so lerne ich es viel schneller.“

Auftritt bei Ausbildungsmessen

Nachwuchsarbeit ist „ein wesentlicher Baustein für die Zukunft unseres Unternehmens“, sagt die Ausbildungsleiterin. Kürzlich präsentierte sie einige Ausbildungsinhalte, unter anderem die jahrgangsübergreifende Projektarbeit, angereisten Ausbildern anderer Kautschuk-Unternehmen und Berufsschullehrern.

Und für zukünftige Ausbildungsmessen haben die Azubis den Armacell-Stand geplant – vom Konzept bis zur Umsetzung. Hänisch: „Sie haben Team- und Organisationsfähigkeit, aber auch Zeitmanagement gelernt.“

Info: Armacell GmbH

Armacell ist Hersteller von technischen Dämmstoffen für haus- und betriebstechnische Anlagen sowie von technischen Schäumen für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Das Stammwerk in Münster (Westfalen) ist mit rund 730 Mitarbeitern die weltweit größte Produktionsstätte, im Inland wird außerdem in Friesenhofen im Allgäu produziert. Weltweit beschäftigt Armacell rund 2.500 Mitarbeiter an 18 Produktionsstätten.

www.armacell.com

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Schlagwörter: Fachkräfte

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