V.I.L. – Very Important Language

Englisch für den Job: Was man darüber wissen sollte

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In einer globalen Arbeitswelt werden Englischkenntnisse immer wichtiger – auf allen Ebenen. Natürlich ist der Austausch mit Kollegen aus dem Ausland in der Produktion noch nicht so relevant wie im Management. Aber gerade auch in kleineren Betrieben kommt es immer mal wieder vor, dass ein internationaler Anruf angenommen werden muss, eine Dienstreise in die Ferne ansteht oder Besucher aus anderen Ländern etwas über die eigene Arbeit erfahren sollen.

Grundsätzlich gilt: Je internationaler ein Unternehmen aufgestellt ist, desto wichtiger sind Englischkenntnisse. Der Kölner Chemiekonzern Lanxess etwa hat 52 Produktionsstandorte in 31 Ländern – „Englischkenntnisse sind darum für uns eine Grundvoraussetzung“, sagt Sabine Kozlik, Leitung HR Personalentwicklung Deutschland. „Zertifikate als Nachweis verlangen wir jedoch in der Regel nicht.“

Sind die Englischkenntnisse eines Mitarbeiters beispielsweise für eine Auslandsdienstreise oder einen längeren Aufenthalt in einem Werk jenseits der Grenzen zu gering, sucht man gemeinsam nach Lösungen: „Lanxess bietet dem Mitarbeiter dann Unterstützung durch Dienstleister an, mit denen wir schon lange zusammenarbeiten“, sagt Kozlik.

Das gilt auch für Daimler. Die Autobauer aus Stuttgart schulen ihre Mitarbeiter ebenfalls selbst, falls sie bessere Englischkenntnisse benötigen. „Das hat den großen Vorteil, dass wir auch das Fachvokabular vermitteln lassen können“, erklärt Dominique Albrecht, Sprecherin für Personalthemen.

Sprachkenntnisse sollte man belegen können

Was aber, wenn jemand sich erst für einen Job bewerben will und in der Stellenanzeige pauschal „gute Englischkenntnisse“ gefordert werden? Wie gut muss man die Fremdsprache dann genau beherrschen?

Frauke Wille von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg empfiehlt, nachzuhaken: „Welchen Umfang sollen die Englischkenntnisse haben? Das ist eine völlig legitime Frage“, betont sie. Dabei könne man auch gleich abklären, wie denn das Know-how nachgewiesen werden soll. „Englisch auf Facharbeiterniveau benötigt häufig keinen speziellen Nachweis“, weiß Wille.

„Allerdings: Wer einen hat, schafft sich damit sicherlich einen Wettbewerbsvorteil.“ Dabei komme es weniger darauf an, was ein Kursus kostet, als darauf, wie der Nachweis erbracht wird: „Ein kostenpflichtiges Zertifikat, das nach einer bestandenen Prüfung vergeben wird, ist mehr wert als eine einfache Teilnahmebestätigung.“

Zertifikate gibt es einige – aber nicht umsonst

Allerdings haben die renommierten Zertifikate auch ihren Preis. Sie heißen beispielsweise SAT, IELTS, FCE oder TOEFL.

Letzterer ist wohl der bekannteste Beleg des Englisch-Könnens: Die fünf Buchstaben stehen für „Test of English as a Foreign Language“. Dieses Zertifikat wird laut Anbieter in über 130 Ländern und von mehr als 9.000 Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Institutionen akzeptiert. Der Test alleine kostet um die 180 Euro. Um ihn zu bestehen, ist in der Regel ein Vorbereitungskurs sinnvoll.

Manche Englischkurse sind sehr teuer: Das renommierte Wall Street Institute verlangt beispielsweise zwischen 150 und 200 Euro pro Monat. Deutlich günstiger geht es natürlich an einer Volkshochschule. Allerdings ist fraglich, ob man dort das lernt, was man speziell für die Branche benötigt, in der man arbeitet oder künftig arbeiten möchte. Umso wichtiger ist es, mit dem Chef oder auch einem potenziellen Arbeitgeber zu klären, was genau erwartet wird.

Ein längerer Auslandsaufenthalt ist Nachweis genug

War man schon mal längere Zeit im englischsprachigen Ausland, muss man in aller Regel keinen speziellen Nachweis mehr erbringen. „Wer beispielsweise in seinem Lebenslauf stehen hat, dass er einige Monate in Australien gejobbt hat, dem glaubt man, dass er ausreichend Englisch spricht“, sagt Expertin Wille.

Übrigens: Wenn man auf eigene Kosten Englisch für den Job lernt, kann man das Finanzamt normalerweise an den Kosten beteiligen. Dabei kommt es aber immer auf die persönlichen Umstände an. Wer zum Beispiel das Abi hat, wird einen Grundlagenkurs in Englisch nicht absetzen können. „Könnte der Betroffene aber nachweisen, dass er immer sehr schlechte Noten in Englisch hatte oder dass sein Abitur schon sehr lange zurückliegt, dann ließe sich ein Grundlagenkurs vermutlich doch absetzen“, erläutert Christian Rech, Steuerberater in Trier.


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