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Die „Energyscouts“

Energie sparen: Auto-Zulieferer KSM Castings setzt auf den Spürsinn von Azubis

Sparpotenziale für Energie finden – das ist die Aufgabe der „Energyscouts“ beim Auto-Zulieferer KSM Castings. Jedes Jahr bildet der Betrieb vier Azubis dazu aus. Sie sollen auch später im Berufsalltag Energielecks entdecken.

Wollen Verbrauch von Gas und Strom senken: Die Energyscouts Lukas Kramer und Frederik Schoke (von links). Foto: Gossmann

Wollen Verbrauch von Gas und Strom senken: Die Energyscouts Lukas Kramer und Frederik Schoke (von links). Foto: Gossmann

Qualitätskontrolle: KSM Castings fertigt vor allem Teile für die Auto-Industrie. Foto: Heidrich

Qualitätskontrolle: KSM Castings fertigt vor allem Teile für die Auto-Industrie. Foto: Heidrich

Hildesheim. Der Auto-Zulieferer KSM Castings hat den Umweltschutz binnen zehn Jahren enorm vorangetrieben. „Früher konnten wir den Energieverbrauch unserer Anlagen nur schätzen. Heute wissen wir mit einem Mausklick, wie er sich stündlich verändert“, sagt der KSM-Umweltexperte Michael Eickenfonder. An fast 200 Messpunkten werden Daten erfasst; das macht eine detaillierte Energieanalyse möglich.

Das Unternehmen ist Hildesheims größter Energieverbraucher

69 Millionen Kilowattstunden Gas, 57 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr – die Gießerei KSM Castings ist Hildesheims größter Energieverbraucher. Kosten: über 19 Millionen Euro jährlich. Da können schon kleine Einsparungen große Wirkung entfalten, weiß Eickenfonder. „Jedes Jahr bestimmen wir deshalb vier Energyscouts, die Sparpotenziale finden sollen.“

Zurzeit gehören Lukas Kramer und Frederik Schoke dazu. Sie sind Azubis, 20 Jahre alt. „Wir schauen, wo unnütz Energie verbraucht wird, und kümmern uns darum, dass diese Lecks verschwinden“, fasst Kramer die Aufgabe der Scouts zusammen. Im letzten Jahr untersuchten die jungen Leute etwa die Glühöfen im Betrieb. „Wir haben nach Wegen gesucht, sie effizienter zu nutzen.“

Dafür nahmen sie unter anderem die Gasbrenner der Öfen unter die Lupe und checkten die Auslastung. Ergebnis: Wenn es weniger Leerlauf gibt, muss man die Öfen nicht so lange hochheizen. Schoke, angehender Werkzeugmechaniker für Formtechnik, findet: „KSM ist eine große Gießerei, da gibt es noch viel Einsparpotenzial.“

Ausbildungsleiter Jörg Gustke unterstützt das Projekt: „Wir wollen jedes Jahr vier Energyscouts ausbilden. Als Facharbeiter gehen sie mit ganz anderen Augen in die Produktion und entdecken Energielecks, die viele gar nicht sehen.“

„Umweltschutz rechnet sich immer“

Rückendeckung gibt es von KSM-Geschäftsführer Franz Friedrich Butz. Ihm ist es wichtig, das ökologische Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen – „aus gesellschaftspolitischer Verantwortung und aus Kostengründen“. Die Kundschaft verlange stets nach günstigeren Produkten.

„Umweltschutz rechnet sich immer“, sagt Experte Eickenfonder und nennt ein Beispiel aus der heimischen Küche: „Wenn Sie beim Suppekochen den Deckel nicht auf den Pott legen, gehen 30 bis 40 Prozent der Energie verloren.“

KSM Castings: Neun Standorte weltweit

  • KSM Castings produziert mit 1.050 Mitarbeitern am Stammsitz Hildesheim. Er steuert 173 Millionen Euro zum Gruppenumsatz von 525 Millionen Euro bei.
  • An global neun Standorten fertigt KSM mit 3.700 Mitarbeitern vor allem Autoteile. Aktuell steht die Gruppe Citic Dicastal, zu der KSM gehört, auf Rang 75 der umsatzstärksten Zulieferer weltweit.

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