Lachszucht per Ökoschiff

Elektroantrieb: Siemens liefert saubere Bootsmotoren – etwa für Fischfarmen

Norwegen setzt auf Ökostrom: Das Land erzeugt einen Großteil seines Stroms aus erneuerbaren Quellen. Sauber soll auch die Schifffahrt werden: Unter anderem mit sparsamen, vollelektrischen Motoren für Boote und Fähren.

Umweltfreundlich: Dank Batteriebetrieb entstehen weder Lärm noch Abgase. Foto: Siemens

Umweltfreundlich: Dank Batteriebetrieb entstehen weder Lärm noch Abgase. Foto: Siemens

Foto: Getty

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Alles im Blick: Dank des Steuerungssystems für die Elektroschiffe. Foto: Siemens

Alles im Blick: Dank des Steuerungssystems für die Elektroschiffe. Foto: Siemens

Nürnberg. „Elfrida“ schippert täglich zwölf Kilometer auf das Meer hinaus. Dort, vor der norwegischen Küste, liegt eine Lachsfarm. Die Jungfische bekommen Futter, die Becken werden kontrolliert und repariert – alles vom Arbeitsboot „Elfrida“ aus.

Nach acht Stunden kehrt das Schiff zurück in den Hafen. Und fährt immer noch mit Batteriebetrieb! Möglich macht dies das elektrische Antriebssystem BlueDrive PlusC, das der Technologiekonzern Siemens entwickelt hat.

Seit wenigen Wochen ist dieses weltweit erste Elektroschiff für Fischzucht auf dem Wasser. Vor allem für Transporte und Inspektionen setzt der skandinavische Lachszüchter Salmar Farming AS die „Elfrida“ ein.

Standorte in Bayern liefern für den Schiffbau Komponenten zu

Die Antriebs- und Steuerungstechnologie hat Siemens im norwegischen Trondheim entwickelt. Sie basiert auf Lösungen für Offshore-Schiffe. Das BlueDrive-PlusC-Paket umfasst ein Energiemanagementsystem, Strahlruder- und Propellersteuerungen sowie eine Fernüberwachung. Auch Technik aus Bayern steckt im Boot: Zwei Standorte im Freistaat produzieren Frequenzumrichter für den Schiffbau.

Das Besondere am elektrischen Antriebssystem ist: Es spart sowohl Treibstoff als auch Betriebskosten. Denn ein Elektromotor muss seltener gewartet werden. Außerdem fallen Abgase, Lärm und die Vibrationen, die ein Dieselmotor verursacht, weg. Dadurch ist das Arbeiten auf der „Elfrida“ umweltfreundlicher.

Weniger Treibhausgas CO2 zu produzieren, ist ein großes Anliegen des norwegischen Staates. „Alleine die Fischereiflotte, die heute etwa 400 Millionen Liter Diesel im Jahr verbraucht, könnte mit der Umstellung auf Elektroantrieb ihren Treibstoffbedarf um 80 Prozent senken“, hat Siemens ausgerechnet. Das würde auch den CO2-Ausstoß reduzieren.

Umso weniger verwundert es, dass Siemens schon weitere „grüne“ Lösungen für Schiffe in Norwegen entwickelt hat. Seit 2015 etwa kreuzt die „Ampere“ als erste elektrische Autofähre den Sognefjord. Auch für finnische Schifffahrtsgesellschaften hat Siemens die Antriebe hergestellt.

Übrigens: Dass Siemens „Elektroboote kann“, wissen die Bayern seit mehr als 100 Jahren. Ein erstes Schiff mit E-Antrieb setzte bereits im Jahr 1901 über den oberbayerischen Königssee. Es fasste 38 Personen, Körper und Kajüte waren aus edlem Mahagoni. Den Strom lieferte eine Bleibatterie, die einen Aktionsradius von rund 100 Kilometern ermöglichte.


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