Gießereitechnik schont Umwelt

Eisengießerei Fritz Winter investiert 35 Millionen Euro in saubere Technik

Stadtallendorf. Hoch ragen die Kräne an der neuen Fertigungshalle der Eisengießerei Fritz Winter in den Himmel. Noch wird auf dem Werkgelände in Stadtallendorf gebaut. Aber schon im Herbst soll die Produktion von Gussteilen auf vollen Touren laufen.

„Unsere Auftragsbücher sind schon voll“, freut sich Geschäftsführer Jörg Rumikewitz. Moderne, umweltfreundliche Motorblöcke sollen hier in Kürze unter neuesten Produktionsbedingungen vom Band laufen. Rund 35 Millionen Euro wurden in die neue Gießerei investiert.

Über den besonderen Clou spricht Rumikewitz nur äußerst ungern: „Wir haben einen Weg gefunden, die Gießerei so zu bauen, dass sie weniger Energie verbraucht als herkömmliche und auch weniger Kreislaufmaterialien wie Sand.“

Weit über 25 Millionen Gussteile pro Jahr

Zudem sollen Lärm, Geruch und Staubemissionen auf ein Minimum reduziert werden. Mehr will der Geschäftsführer nicht verraten, denn die „grüne Gießerei“ dürfte weltweit wohl einzigartig sein. Und das soll noch möglichst lang so bleiben.

Fritz Winter ist mit 3.700 Mitarbeitern Europas größte konzernunabhängige Gießerei und zählt weltweit zu den führenden der Branche. Weit über 25 Millionen Gussteile, darunter Zylinderblöcke, Zylinderköpfe und Bremsscheiben, werden hier jedes Jahr produziert. Mehr als die Hälfte davon geht in den Export.

Hauptabnehmer sind die Automobil- und Fahrzeughersteller sowie die Hydraulik-Industrie, aber auch Heizungsbauer und andere Branchen setzen auf das Knowhow der Stadtallendorfer.

Alternative zum Aluminium-Motorblock

Seit Jahren wird kontinuierlich in die Modernisierung des Unternehmens investiert. „Dabei haben wir uns ganz dem Leichtbau verschrieben“, betont Rumikewitz. Denn umweltfreundliche Motoren mit niedrigem Kohlendioxid-Ausstoß sind weltweit gefragt.

In der eigenen Entwicklungsabteilung wird ständig an neuen Gussmaterialien getüftelt und an Lösungen, die die Anforderungen moderner Fahrzeuge erfüllen.

„Durch die Kompetenz in Werkstoffen haben wir es sogar geschafft, einen Motor so zu konstruieren, dass er nur noch geringfügig schwerer ist als ein vergleichbarer Block aus Aluminium, bei deutlich geringeren Kosten und einer viel besseren CO2-Bilanz“, erläutert der Geschäftsführer. Damit bietet das Unternehmen eine ernsthafte Alternative zum Aluminium.

Mit der neuen Gießerei will man nun in der Branche neue Maßstäbe setzen im Hinblick auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Rumikewitz: „Wir wissen, das ist der einzige Weg, um den Kunden in Zukunft nachhaltige Lösungen anbieten zu können und die von Politik und Gesellschaft angestrebten Klimaziele zu unterstützen.“


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