Innovation

Eintauchen – messen – fertig


Schneller Sensor: Entwickler Holger Kühner zeigt mit einem Labormuster, wie man Alkohol- und Zuckergehalt misst. Foto: Nauerth

Die "Technologiebrücke" bringt Wirtschaft und Wissenschaft in Bayern zusammen

Untersiemau. Es sieht aus wie ein simpler Tauchsieder, den Holger Kühner in sein Bierglas tunkt – doch das Gerät hat es in sich: „Unser AcouWave misst in nur wenigen Sekunden gleichzeitig den Alkohol- und den Zuckergehalt“, erklärt Kühner, der beim Familienunternehmen Barby+ Kühner im oberfränkischen Untersiemau für die Entwicklung zuständig ist.

Vor allem für die Braumeister kleinerer Bierhersteller wird der „mikroakustische Eintauchsensor zur Messung von Getränkeeigenschaften“ eine große Hilfe sein. Der Alkoholgehalt sagt ihnen, wie weit der Gärvorgang fortgeschritten ist – und über den Zuckeranteil lässt sich die Stammwürze errechnen. Bisher musste man dafür umständliche Verfahren anwenden.

Markt-Einführung in Sicht

Das Gerät, das demnächst auf den Markt kommen soll, ist zugleich ein Erfolgsbeispiel für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft: Barby + Kühner hat es nämlich zusammen mit dem Fachbereich „Physikalische Technik und Allgemeinwissenschaften“ der Fachhochschule Coburg entwickelt.

Der Kontakt zwischen Unternehmen und Fachhochschule entstand über die „Technologiebrü-

cke“. Das ist eine Initiative der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände VBM und BayME, die seit ihrem Start im Jahr 2000 schon rund 400 Kontakte vermittelt hat.

Serienfertigung steht bevor

„Zuerst haben wir wegen einer anderen Sache Kontakt mit dem Fachbereich aufgenommen“, er-zählt Forscher Holger Kühner, der Sohn von Firmenchef  Jürgen Kühner. „Doch Professor Gerhard Lindner hat uns die Alkohol- und Zuckermessung so schmackhaft gemacht, dass wir sofort begeistert waren.“

Mittlerweile sind die monatlichen Zusammenkünfte mit Professor und Studenten Routine.

Nach der Entwicklung des Prototypen steht jetzt die Serienfertigung an. Und Holger Kühner denkt bereits weiter: „Wir können den Sensor auch so einstellen, dass Fruchtsafthersteller Zuckergehalt und Fruchtfleischanteil messen können.“

Auch ließe sich etwa im industriellen Bereich herausfinden, wie viel Bio-Anteil ein Kraftstoffgemisch enthält. Die Anwendungsmöglichkeiten sind also vielfältig.

Matthias Nauerth

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