Integration

Einstieg in den Job: Sprache ist für Flüchtlinge das größte Hindernis

München. Es ist die Blaupause für mehr: 35 Flüchtlinge aus 20 Ländern wie Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak hat die Initiative „Integration durch Arbeit“ im Projekt „IdA 120“ in bayerische Betriebe vermittelt: in einen Job, eine Ausbildung oder in ein „Einstiegsqualifizierungsjahr“. Das jetzt abgeschlossene Modellprojekt dient als Vorlage für eine ganze Palette weiterer Programme innerhalb von IdA – also „Integration durch Arbeit“. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), eine der Initiatoren, zog jetzt eine positive Bilanz von IdA 120 – und gab einen Ausblick.

„Der Flüchtlingszustrom ist eine enorme gesellschaftliche Herausforderung“, sagte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der vbw. Die Wirtschaft trage ihren Teil dazu bei, dies zu bewältigen – man müsse jedoch die Beschäftigungschancen von Flüchtlingen realistisch einschätzen: „Kurzfristig“, so Brossardt, „wird für weniger als 10 Prozent der Eintritt in den Arbeitsmarkt möglich sein.“ Mittel- und langfristig könnten vor allem Jugendliche und junge Erwachsene einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten. Vor diesem Hintergrund lobte Brossardt die Vermittlungsquote des IdA-120-Projekts: 35 der von den Arbeitsagenturen zugeteilten 109 Flüchtlinge. Alle wurden mit intensiver Betreuung, Förderung von Fach- und Sprachkenntnissen sowie Erprobungen in Werkstätten und Firmen auf das Arbeiten in Deutschland vorbereitet.

83 bayerische Unternehmen haben Praktikumsplätze angeboten

An den fünf Projektstandorten München, Nürnberg, Regensburg, Augsburg und Mainburg beteiligten sich 83 Firmen. Aufgenommen wurden Leute ab 21 mit hoher Bleibeperspektive und guter Vorqualifikation. Zwei Drittel hatten zehn Jahre die Schule besucht, ein Viertel besaß einen Hochschulabschluss.

„Größtes Hindernis ist die Sprache“, fasste Brossardt zusammen. Die Politik müsse hier bestmögliche Unterstützung leisten.

Von der Bundesregierung fordert die vbw zudem eine deutliche Begrenzung der Zuwanderung, ein Nein zu langfristigen Grenzkontrollen, eine europäische Verteilung der Flüchtlinge und schnellen Zugang zum Zeitarbeitsmarkt. „Unternehmen, die diesen Menschen Arbeit bieten, brauchen bessere Planungs- und Rechtssicherheit“, so Brossardt.

Nach IdA 120 geht es weiter mit dem Folgeprojekt „IdA 1.000“. Es soll bayernweit über 1.000 Asylbewerbern und Gleichgestellten Sprachkenntnisse und Arbeit vermitteln. Es gibt schon 474 Teilnehmer. Zu der Initiative „Integration durch Arbeit“, in die allein die Verbände 6,7 Millionen Euro stecken, zählen auch eine Praktikumsbörse, Schulungen für Ausbilder und das Schnellprogramm „IdA BayernTurbo“, das jugendliche Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorbereitet.


Initiative „Integration durch Arbeit“

  • Insgesamt zwölf Projekte ebnen Flüchtlingen den Einstieg in bayerische Betriebe.
  • Kernstück sind „IdA 1.000“ und „IdA BayernTurbo“, in denen je 1.000 Teilnehmer vermittelt werden sollen.
  • Träger sind die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), die M+E-Arbeitgeberverbände bayme und vbm, die Bundesagentur für Arbeit und Bayerns Sozialministerium.

Mehr zum Thema:

Die Initiative „IdA“ begleitet Geflüchtete in eine Ausbildung oder einen festen Job. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und ihre Mitgliedsverbände haben insgesamt 6,7 Millionen Euro in zwölf Projekte investiert.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang