Mittelstand

Einmal ZF Lemförder, immer ZF Lemförder


Der Automobil-Zulieferer ist Teil der Region um den Dümmer See

Lemförde. Der Astronaut, in den 70er-Jahren für fast jedes Kind noch das große Vorbild, ist out. Pascal Stagge bleibt mit den Füßen lieber auf der Erde. „Erst mache ich eine Ausbildung, mal sehen, was dann kommt“, sagt der angehende Mechatroniker der ZF Lemförder GmbH. „Vielleicht mache ich später noch den Meister oder Techniker.“ Auch sein Vater ist beim AutomobilZulieferer beschäftigt.

Am Dümmer See nordöstlich von Osnabrück ist Bodenständigkeit ein Standortvorteil. „Unsere Mitarbeiter kennen unser Unternehmen seit Generationen. Für viele gilt: Einmal ZF Lemförder, immer ZF Lemförder“, sagt Personal-Geschäftsführerin Andrea Henning.

Ein besonderes Ausbildungszentrum

Das Unternehmen ist Teil der Region, betont sie. „Wir befinden uns nicht in Hamburg oder München – die soziale Verantwortung als Arbeitgeber ist hier besonders hoch.“ Deshalb geht das Unternehmen eigene Wege, um bestens ausgebildete Mitarbeiter zu haben.

Kürzlich weihte ZF Lemförder ein neues Ausbildungszentrum ein. Das Besondere: In einer großen Halle befindet sich die traditionelle Ausbildungswerkstatt, die eng verzahnt ist mit der Fertigung von Prototypen – und das Bildungsunternehmen „bfw“.

Auf modernen Ausbildungsplätzen werden sie hier auf die M+E-Industrie vorbereitet: 142 ZF-Auszubildende, darunter auch Umschüler als überbetriebliche Auszubildende sowie Jahrespraktikanten, und 43 Umschüler des „bfw-Kurses“.

Die Durchlässigkeit zwischen den Bereichen gehört zum Konzept. Es geht nicht nur um die gemeinsame Weiterqualifizierung der eigenen Mitarbeiter, sondern auch um die zu qualifizierenden Fachkräfte sowie Arbeitsuchenden aus der Region.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Aus- und Weiterbildung in der Region betriebsnah voranzubringen“, so Henning.

 

Das Thema Bildung genießt im Unternehmen seit seiner Gründung durch Dr. Ing. Jürgen Ulderup einen besonders hohen Stellenwert. In der letzten Krise hat ZF einen wahren Kraftakt gemeistert: Als die Aufträge im Jahr 2008 dramatisch einbrachen, nutzte man die Kurzarbeit, um gut 2.000 Mitarbeiter in der Region zu schulen. „Vergleichbares hatte es hier noch nie gegeben“, sagt Reinhard Buhl, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Qualität ist das A und O

Lebenslanges Lernen ist das Gebot der Stunde. So hat nach einer Betriebsvereinbarung konzernweit jeder Beschäftigte einen Anspruch auf insgesamt fünf Freistellungsjahre, um sie für Qualifizierung zu nutzen. Die Verantwortlichen wissen: Der Fachkräftemangel wird nicht nur Ingenieure, sondern alle Qualifikationsebenen betreffen. Schließlich ist Qualität das A und O, wie Buhl betont: „Wir leisten schließlich mit unseren Produkten einen entscheidenden Beitrag für die sichere Fahrt von Millionen Menschen, jeden Tag, weltweit.“

Pascal Stagge kann sich vorstellen, nach der Ausbildung auch im Ausland für ZF tätig zu sein: „China, das klingt doch wahnsinnig verlockend.“

 

Info: ZF Lemförder

Der Automobil-Zulieferer entwickelt und produziert Fahrwerk- und Lenkungskomponenten wie Spurstangen und Querlenker, Kunststoffmodule und Lager zur Schwingungstilgung sowie komplette Vorder- und Hinterachsen und Schaltungssysteme.

Er beschäftigt weltweit 10.000 Mitarbeiter, davon 4.000 im nordwestlichen Niedersachsen. Zwei Drittel des Geschäfts macht ZF Lemförder im Ausland: Man ist früh mit eigenen Fertigungsstätten den Autoherstellern gefolgt und erzielt die größten Wachstumssprünge derzeit in Nord- und Südamerika.

Die Muttergesellschaft ZF Friedrichshafen AG (weltweit 64.000 Mitarbeiter) ist als einer der zehn größten Autozulieferer der Welt mit 123 Produktionsgesellschaften in 27 Ländern vertreten. Umsatz 2010: 12,9 Milliarden Euro.

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