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Eine runde Sache


Alles richtig gemacht: In der Welt der Rohre hat sich Frank Becks Karriere bislang nie im Kreis gedreht. Foto: Brosch

Vom Azubi zum Technischen Leiter: Frank Becks steiler Aufstieg bei den Fränkischen Rohrwerken

Königsberg. Rinder mästen, Schweine füttern, Felder bestellen: Als Jugendlicher wusste Frank Beck genau, was er sein Leben lang einmal machen würde: „Ich wollte unbedingt Landwirt werden, so

wie mein Vater“, sagt er. „Das war mein Traumberuf.“

Heute ist der Unterfranke Technischer Leiter der Fränkischen Rohrwerke in Königsberg. Dort entscheidet der 38-Jährige über millionenschwere Investitionen und trägt Verantwortung für mehr als 350 Mitarbeiter.

„Dass sich das einmal so entwi­ckeln würde, hätte ich nie gedacht“, sagt der gebürtige Königsberger. Vor fast 23 Jahren fing er in seinem Betrieb als Lehrling ganz unten an. Nun ist er in der Führungsebene. „Ich habe Glück gehabt – und bin heute vor allem meinen Eltern sehr dankbar.“

Rat der Eltern weist den Weg

Es waren Vater und Mutter, die dem 16-Jährigen nach der Mittleren Reife empfahlen, eine „richtige“ Lehre zu beginnen. Beck beherzigte den Rat: Er wurde Maschinenschlosser bei den Fränkischen Rohrwerken – und legte danach in dem Familienunternehmen eine Blitz-Karriere hin.

Die Weichen für seinen schnellen Weg nach oben stellte Beck bereits 1990, drei Monate nach dem Ende seiner Ausbildung. Er nahm ein Angebot als Schichtführer in der damals ebenso kleinen wie unbeliebten Kunststoff-Abteilung des Unternehmens an. „Als Metaller hatte man früher eigentlich ein höheres Ansehen“, erzählt er. Doch der junge Mann wollte rasch vorankommen.

In seinem neuen Metier machte der Senkrechtstarter bereits 1994 den Meisterbrief. Schon vier Jahre später stieg er zum Verfahrenstechniker auf und entwickelte neue Rohre für die Elektrotechnik. 2001 war der Unterfranke bereits Produktionsleiter dieser Sparte.

Immer noch zu Fuß zur Arbeit

„Ich habe in dieser Zeit unglaublich von Aufstiegschancen profitiert“, sagt Beck. So arbeiteten Ende der 80er-Jahre knapp 400 Beschäftigte bei den Fränkischen Rohrwerken. Mittlerweile sind es etwa 1.200 – das erfordert auch mehr Führungskräfte. Der Aufsteiger ist heute Technischer Leiter der Bereiche Elektronik und Drainage. Zudem unterstehen ihm zwei Zweigwerke.

Fast alles hat sich für den Königsberger seit seinen Lehrjahren verändert – nur nicht der Weg zur Arbeit. Beck wohnt mit seiner Frau im früheren Elternhaus, einem Fachwerkbau in der historischen Altstadt des Heimatortes. Bis zum Werkgelände sind es sieben Minuten zu Fuß.

„Ohne Abi­tur in einer leitenden Funktion zu sein, ist nicht unbedingt die Regel“, meint Beck. Allerdings seien bei den Fränkischen Rohrwerken Eigengewächse in Führungspositionen nicht untypisch.

Die Produktion im Zweigwerk Bü­ckeburg etwa leitet Steffen Zitzmann. Alter: 23 Jahre. Auch er begann als Azubi bei den Fränkischen Rohrwerken. Sein Vorgesetzter Beck sagt: „In Familienunternehmen haben junge Leute gute Möglichkeiten, sich schnell nach oben zu arbeiten.“ Er muss es wissen.

Michael Stark

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich wollte in meinem Heimatort Königsberg arbeiten, um nicht lange pendeln zu müssen. Die Fränkischen Rohrwerke nahmen mich als Maschinenschlosser.

Was gefällt Ihnen besonders?

Ich habe Kontakt zu Menschen und arbeite ständig an Maschinen. 90 Prozent der Arbeitszeit verbringe ich außerhalb meines Büros.

Worauf kommt es an?

Man muss Theorie und Praxis miteinander verbinden. Ich kenne mich mit Dingen wie Bilanzierung, Investitions- und Personalplanung aus. Zugleich profitiere ich ungemein von meiner jahrelangen Schichtarbeit an der Maschine.

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