Beschichtungs-Systeme

Eine neue Haut aus flüssigem Kunststoff


Tip Top Oberflächenschutz Elbe baut neue Halle mit Fertigungslinie

Wittenberg. Ein strahlendes „Hallo“, aber kein Händedruck. „We­gen der Schweinegrippe“, sagt Jan Pankewitz. Auch Marcel Richter grüßt freundlich. Die beiden Facharbeiter gehören zu den sechs Neuen  der Tip Top Oberflächenschutz Elbe GmbH.

Die Firma hat rund 3,5 Millionen Euro in die Hand genommen und in Wittenberg ein kleines neues Werk im Werk gebaut. Das brachte zusätzliche Arbeitsplätze.

Mischer heißen Olic und van Bommel

Es ist hell, sauber, angenehm warm – beste Arbeitsbedingungen. Über dem Waschbecken klebt das Logo vom FC Bayern. Mittendrin zwei neue Mischanlagen (Dissolver) mit  glänzenden Behältern – das Herz einer nagelneuen Produktionslinie. Um die Mischer  unterscheiden zu können, haben die beiden Fußball-Fans sie kurzerhand mit den Schriftzügen „Olic“ und „van Bommel“ versehen.

Seit September werden hier Beschichtungssysteme aus Kunstharz hergestellt. Damit betritt Tip Top ein neues Feld.

Die Spezialisten für Oberflächenschutz sind bereits Marktführer, wenn großvolumige Behälter mit einer bis zu sechs  Millimeter dicken Gummihaut geschützt werden sollen. „Wir sind im Markt für schweren Korrosionsschutz zu Hause“, erklärt Tip-Top-Geschäftsführer Wolfgang Berger.

Ob Erzminen in Australien, Kraftwerke in Dubai, Raffinerien in Amerika – in 150 Ländern der Welt zieht sich Tip Top Aufträge an Land. Sie beschichten in Rauchgasentschwefelungsanlagen, schützen Stahl vor Laugen und Säuren. Die Wittenberger sorgen auch dafür, dass Pumpen nicht von innen heraus zerfressen werden.

Nun nutzen sie ihre Erfahrung, um Korrosionsschutz aus Kunststoff herzustellen. Ein Vierteljahr wurde hierfür der gelernte Industriemechaniker Jan Pankewitz an der neuen Anlage angelernt. Jetzt kennt er jedes Detail und sorgt dafür, dass die Rezeptur 1:1 umgesetzt wird.

Den flüssigen Kunststoff füllt er in Behälter ab, die gleich nebenan im Kühlhaus bei fünf bis zehn Grad gelagert werden. „Viel geht in die arabische Welt“, berichtet er. Verderbliche Ware – da ist es wichtig, dass die Kühlkette  aufrechterhalten bleibt. 

Bauschilder brachten Glück

Dort sind seine Kollegen (Supervisoren) von Tip Top, die verschiedene Subunternehmen anleiten, um vor Ort den flüssigen Kunststoff auf die metallischen Behälter zu sprühen.

Marcel Richter hatte zufällig vom der Tip-Top-Erweiterung erfahren. „Ich habe vom Auto aus die Bauschilder gesehen und mich spontan beworben“, erzählt er. Und hatte Glück: Sechs zusätzliche Arbeitsplätze sind entstanden.

Seit 1992 geht es mit Tip Top bergauf. Die Bücher sind gut gefüllt. Von Krise und Kurzarbeit blieb die Firma verschont. „Noch“, schränkt Geschäftsführer Berger ein. „Ich rechne durchaus mit einem schwierigen 2010. Wir bekommen es oftmals erst sehr spät zu spüren, wenn die Konjunktur zurückgeht.“

 

Info: Tip Top Oberflächenschutz Elbe GmbH

Das Unternehmen mit seinem Hauptsitz in der Lutherstadt Wittenberg und der Niederlassung in Warstein ist ein Betrieb der REMA Holding GmbH in Poing (Bayern). In den vergangenen 16 Jahren hat sich Tip Top zu einem der wichtigsten weltweiten Anbieter von Korrosionsschutzleistungen entwickelt. Insgesamt beschäftigt Tip Top 171 Mitarbeiter (132 in Wittenberg und 39 in Warstein).

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