Betreuung

Eine Kinderkrippe für die Mitarbeiter


Wie Daimler hilft, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen

Stuttgart. Nerea Achutegui (33) würde sich insgeheim freuen, wenn ihr Töchterchen Carmen beim morgendlichen Abschied ab und zu ein wenig traurig wäre. Ist die Kleine aber nicht! Sie winkt ihrer Mama fröhlich nach.

Weit ist Mama ja auch nicht weg. Sie ist Einkäuferin beim Automobilhersteller Daimler im Werk Untertürkheim und hat eine Teilzeit-Stelle. Die kleine Carmen ist derweil im neuen Betriebskindergarten untergebracht, dem „Sternchen“. Seit Oktober spielen und toben in Deutschlands erster Daimler-Krippe 60 Mitarbeiter-Kinder im Alter zwischen zwölf Wochen und drei Jahren.

Mittlerweile gibt es auch in Sindelfingen und Berlin „Sternchen“. Bis 2009 will Daimler in Deutschland weitere 350 Betreuungsplätze schaffen. Und damit unterstreichen, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist.

„Auf das Einkommen angewiesen“

Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche erklärt, was das Unternehmen davon hat: „Wir können es uns nicht leisten, Mitarbeiter und deren Know-how zu verlieren, weil sie eine Familie gründen.“ Ebenso wenig könne die Gesellschaft auf Kinder verzichten, nur weil Eltern den Job und den Nachwuchs nicht unter einen Hut bekommen.

Wiedereinsteigerin Achutegui erzählt: „Wir haben ein Haus gebaut und sind auf ein zweites Einkommen angewiesen.“ Dafür zahlt sie gerne die Gebühr. Diese beträgt bei einer Betreuung von 40 Wochenstunden je nach Einkommen 151 bis 416 Euro im Monat.

Auch für Anja Starosta (30) und ihren zehn Monate alten Viktor ist die Tagesstätte ein Glücksfall. Erstens, weil die Teilzeit-Mitarbeiterin aus der Entwicklung rasch in ihren Beruf zurückkehren konnte. „Und zweitens“, sagt sie, „ weil man den Kindern zu Hause gar nicht so viel bieten kann wie hier.“ Die Tagesstätte ist zwischen 7.30 und 18 Uhr geöffnet. Auf zwei Etagen werden die Kleinen von 20 Erziehern frühkindlich gefördert. 

Schaukeln und „Sinnesgarten“

Leiterin Dagmar Buchwald versichert: „Ob Bewegung, Kunst, Kreativität, Musik, Fremdsprachen oder Ernährung – unser neu entwickeltes Konzept entspricht modernsten wissenschaftlichen  Erkenntnissen.“

Achutegui gefällt besonders die zum Spielplatz umgebaute Dachterrasse. Hier gibt es Sandkästen, Schaukeln, Rutschen, Brunnen, eine Bobbycar-Rennbahn, sogar einen „Sinnesgarten“. Sie sagt: „Etwas Besseres könnte ich mir für mein Kind nicht vorstellen.“ 

Gerhard Hörner

 

Info: Kinderbetreuung in Baden-Württemberg

Ob von Betrieb oder Kommune: Es gibt im Ländle immer mehr Betreuungsplätze. Die sind begehrt, vor allem für Kinder unter drei Jahren. 2007 besuchten fast 10 Prozent aller Kinder dieser Altersklasse eine Tageseinrichtung.

Die Zahl der betreuten Kleinkinder hat gegenüber 2006 um gut ein Viertel zugenommen.

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