Forschung

Eine gute Ernte kommt nicht von allein


Herbizide von Bayer CropScience helfen die Ernährung sichern

Frankfurt. Wenn Philipp Huff durch seinen Weinberg geht, hat er nicht nur die Trauben im Blick, sondern auch die Kräuter: „Man muss den Boden zwischen den Reben rein halten“, sagt der Hobbywinzer. Dabei setzt er auf Mittel zur Unkrautbekämpfung, sogenannte Herbizide: „Die wirken prima und vertragen sich mit der Umwelt“, findet er.

Schutz für Großteil der Getreide-Ernte

Es wäre ohnehin viel zu teuer, Weinberge von Hand zu hacken. So freuen sich Winzer darüber, dass weder Brennnesseln noch Winden ihre Reben überwuchern, und Genießer über einen guten Wein.

Insgesamt aber spielen Herbizide eine viel wichtigere Rolle: Sie sorgen dafür, dass wir genug zu essen haben. Beispiel Getreide: „Ohne den Einsatz chemischer Mittel gingen zwei Drittel der weltweiten Ernte verloren“, weiß Martin Hess, Herbizid-Spezialist beim Pflanzenschutzmittel-Hersteller Bayer CropScience in Frankfurt, für den auch Hobbywinzer Huff vor seiner Altersteilzeit geforscht hat.

Hier am Main ist die Herbizid-Forschung des Konzerns konzentriert. Im Gewächshaus und im Feld prüfen Wissenschaftler die Wirkung neu entwickelter Substanzen auf Unkräuter bei Weizen, Gerste, Mais, Reis, Sojabohne und Baumwolle. Die Mittel sollen verhindern, dass Unkräuter wie Distel, Vogelmiere und Quecke auf dem Acker wuchern.

 

„Sie entziehen dem Getreide Wasser, Nährstoffe und Licht“, sagt Hess. Das aber darf nicht sein: Die Weltbevölkerung wächst jährlich um 80 Millionen Menschen, doch der Boden ist begrenzt. Die Anbauflächen schrumpfen durch Besiedlung und Versteppung sogar.

„Man muss heute auf immer weniger Feldern immer höhere Erträge erzielen“, erklärt Hess. Dabei helfen hochwertiges Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel.

Wer nun jedoch meint, davon werde immer mehr eingesetzt, irrt: Seit 1989 ist der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln in Deutschland um 50 Prozent gesunken, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz errechnet. Denn heute reichen für die Wirkung schon wenige Gramm pro Hektar aus.

Neue Stoffe wirken ganz raffiniert

Möglich machen das neue Wirkstoffe wie etwa die Pyrasulfotole, die zum Beispiel in modernen Getreide-Schutzmitteln stecken: Sie verhindern, dass Unkräuter mit Hilfe von Licht lebenswichtige Stoffe wie Eiweiß herstellen können. Die Pflanzen sterben ab. Nur – wie erreicht man, dass es nicht auch den Weizen trifft?

Hier greift das Know-how der Forscher: „Weizen baut die Wirkstoffe bereits wieder ab, bevor sie ihm schaden können. Zudem haben wir extra Schutzkomponenten für Kulturpflanzen entwickelt“, so Hess. „Der Schutz funktioniert wie eine Ritterrüstung. Die passt nur der Kulturpflanze, aber nicht dem Unkraut.“

Daneben liegen dem Forscher bei Pflanzenschutzmitteln weitere Dinge am Herzen: hohe Umweltverträglichkeit, Verbraucherschutz und sichere Anwendung beim Bauern.

Zudem arbeiten die Frankfurter an einem Herbizid für Reis: „Damit könnte man sehr viel Wasser sparen“, weiß auch Hobbywinzer Huff. Denn: „Reisfelder stehen nur deshalb knietief unter Wasser, damit sie nicht von anderen Pflanzen überwuchert werden.“

Sabine Latorre

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang