Kreativität

Eine Fabrik für Ideen …


… die gibt’s – beim Werkzeug-Hersteller Komet in Besigheim

Besigheim. Nichts ist mächtiger als eine Idee zur richtigen Zeit. Aber woher nimmt man gute Einfälle? Vielleicht aus Besigheim nördlich von Stuttgart: Dort hat der Präzisionswerkzeug-Hersteller Komet auf seinem Werkgelände eine „Ideen-Fabrik“ gebaut.

Deren Leiter Frank Stahl erklärt, was dahintersteckt:  „Wir investieren in Wissen.“ Die Einrichtung habe zum Ziel, den Mitarbeitern, aber auch Kunden Freiräume für kreatives Arbeiten und Lernen zu bieten. Während in der Produktionshalle unten Maschinen brummen, rotieren eine Etage höher die Gedanken von Seminarteilnehmern.

7 Millionen Euro hat das Unternehmen im Jahr 2008 in das Gebäude investiert. Entstanden ist ein Ort, der auf 2.500 Quadratmetern Platz für den Wissensaustausch bietet. Also auch für die Entstehung guter Ideen. Den Raum nutzen die 700 Mitarbeiter des Industriebetriebs zum Beispiel für Schulungen.

Mitarbeiter geben Wissen weiter

Was ist ein „Barcode“? Wie funktionieren unsere Spezial-Werkzeuge? In Seminaren vermitteln Komet-Beschäftigte ihren Kollegen ihr Wissen. Mitarbeiter als „Lehrer“ – das ergibt Sinn, sagt Ideen-Fab-rik-Leiter Stahl: „Von Kollege zu Kollege lernt es sich leichter.“ Und: „Niemand kann ein Thema besser rüberbringen als jemand, der sich täglich damit beschäftigt.“

Der Hintergrund: Alle Komet-Mitarbeiter müssen außerhalb ihrer Arbeitszeit zehn Schulungsstunden pro Jahr mitmachen. Das sieht ein Vertrag zur Beschäftigungssicherung vor. Monat für Monat gibt es dazu in der Ideen-Fab-rik etwa 15 zwei- bis achtstündige Veranstaltungen.

Und diejenigen Beschäftigten, die von Kurzarbeit betroffen sind, nutzen die freie Zeit für weitere Qualifizierungsmaßnahmen. „Davon profitiert unsere Firma auch langfristig“, sagt Stahl.

Außerdem bietet Komet Seminare für seine Kunden an, etwa Maschinenbauer und Automobil-Zulieferer. Darin lernen sie beispielsweise, wie die Bohr-, Reib- und Gewindefräswerkzeuge funktionieren und optimal eingesetzt werden. Eine Wissenschaft für sich. Denn das Werkzeugspektrum umfasst hochkomplexe mechatronische Werkzeugsysteme, die bei Komet „KomTronic“ heißen.

Der Leiter der Ideen-Fabrik erläutert, was es damit auf sich hat: „Sie werden vom Maschinenbauer in die Maschine integriert. Der Endkunde kann damit zusätzliche Drehkonturen fräsen.“

Auch Arbeitslose machen hier Kurse

Die Ideen-Fabrik mit ihren sieben Seminarräumen und einer Ausstellungsfläche wird nicht nur vom Unternehmen selbst genutzt. Sie steht auch Verbänden und Hoch­schulen, Vereinen, Institutionen und Fremdfirmen offen. Im Jahr 2009 hat Komet bereits

500 Seminarteilnehmer begrüßt. Inzwischen ist die Firma mit ihrem Seminarangebot offiziell als Bildungsträger anerkannt.

Davon profitieren unter anderem Arbeitslose, Kurzarbeiter und Geringqualifizierte – sie alle können sich in der Besigheimer Ideen-Fabrik weiterbilden.

Rut Katzenmaier

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang