Fachkräfte-Nachwuchs

Eine Chance für Tim und Philip


Piller nutzt die Möglichkeiten der zweijährigen Ausbildungsberufe

Osterode. Tim-Hendrik Viebrans (15) war Hauptschüler, als er von seinem Bruder den Tipp bekam: „Bei Piller kann man in zwei Jahren eine Ausbildung zum Industrie-Elektriker machen.“ Seit September 2011 entdeckt er den Betrieb, gemeinsam mit Philip Saric (18), ebenfalls ehemaliger Hauptschüler.

Beide hatten gute Noten in Mathe und Physik. Sie hatten technisches Interesse und räumliches Vorstellungsvermögen. Deshalb hat sich Piller-Personalleiter Bernd Becker für sie entschieden. „Wir haben in der Produktion einige Bereiche, in denen handwerkliches Geschick und mechanische Kenntnisse besonders wichtig sind“, sagt er. „Dort gibt es später gute Chancen für die beiden.“

„Gesellschaftliche Aufgabe“

Die Piller Group GmbH in Osterode im Harz entwickelt, baut, verkauft und wartet „Premium Power Systeme“, die der unterbrechungsfreien Stromversorgung etwa in Rechenzentren und Kliniken dienen – wo ein Stromausfall von wenigen Millisekunden schon eine kleine Ewigkeit ist. „Wir sorgen dafür, dass unseren Kunden nicht mal für einen Wimpernschlag der Strom ausgeht“, sagt Becker.

Ein Blick in die Produktion hat bei Tim-Hendrik und Philip an ihrem ersten Arbeitstag für Erstaunen gesorgt: helle Hallen, höchste Konzentration an den Arbeitsplätzen. Wickelköpfe zu verschalten, erfordert Fingerfertigkeit.

Piller ist bei den sogenannten USV-Systemen großer Leistungen weltweit die Nummer eins. Weil in vielen Regionen die Qualität der Stromnetze außerordentlich niedrig ist, sind Anlagen aus Osterode gefragt. Osteuropa, Südasien, Russland, Saudi-Arabien oder die Türkei – mit Partnern oder eigenen Niederlassungen werden die Märkte beackert.

Nicht selten, dass man schon während der Ausbildung mit auf Reisen fährt. „Mit Dienstwagen und Firmenhandy“, sagt der Personalchef. „Verantwortung will frühzeitig gelernt sein.“

Acht Industrie-Elektroniker stellt Piller jährlich ein. Und zwei Indus­trie-Elektriker – dieser zweijährige Ausbildungsberuf ist besonders geeignet für Hauptschüler. „Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Aufgabe an, gerade ihnen eine Chance zu bieten“, betont Becker. „Wir haben selbst in schwierigen Jahren unsere Ausbildungsplätze nicht reduziert – und die für Industrie-Elektriker haben wir zusätzlich bereitgestellt.

Man bemüht sich um die Fachkräfte

Grundsätzlich bestehen gute Chancen auf Weiterbeschäftigung im Betrieb – wegen der Altersstruktur der Belegschaft und wegen des Ingenieurmangels. Und wer die Ausbildung mit gutem Ergebnis abschließt, kann mit einem Piller-Stipendium für ein technisches Studium rechnen.

„So wie mein Bruder“, erzählt Tim-Hendrik Viebrans: „Er hat bei Piller gelernt, studiert nun an der Fachhochschule – gut möglich, dass er zurückkommt und wir zusammenarbeiten.“

 

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