Entwicklung

Ein Wirkstoff gegen Korrosion


Spezialsilane von Wacker schützen den Gotthardtunnel vor Streusalz-Schäden

München. Die Blechlawine rollt: Pro Jahr wälzen sich sechs Millionen Autos, Lastwagen und Motorräder durch den Gotthardtunnel. Im Winter dicht eingehüllt in eine Gischt aus Streusalz und Wasser.

Damit das aggressive Gemisch dem Nadelöhr zwischen Deutschland und der Schweiz nicht schadet, schützt es ein raffinierter Wirkstoff. Entwickelt hat ihn der Chemie-Konzern Wacker aus München.

Der Trick mit den Poren

Salzwasser ist der Feind von Stahlbeton. Es schlägt sich am Bauwerk nieder und bildet eine Salzschicht. Die zieht ihrerseits Wasser an. Durch den porösen Beton wandert die salzige Feuchtigkeit nun immer tiefer.

Erreicht sie die Stahl-Stäbe (Armierungseisen), beginnen diese zu korrodieren. „Der beste Schutz ist, den Beton gegen Wasser zu imprägnieren“, erklärt Johannes Ihringer, Chemie-Spezialist bei Wacker. Die im Wirkstoff enthaltenen Spezialsilane belegen die Poren und machen sie wasserabweisend. Der Beton selber bleibt atmungsaktiv.

Das heißt: Die Feuchtigkeit kann zwar nicht hinein, wohl aber hinaus. Ihringer: „Sonst würden bald große Teile abplatzen.“ Das Mittel lässt sich in einem Arbeitsgang auftragen und dringt schnell ein. Weiterer Vorteil: „Die Prävention ist zehnmal billiger als eine Beton-Sanierung“, weiß der Experte.

Deshalb werden die Spezialsilane zunehmend für den Schutz von Autobahnbrücken und Tunnels eingesetzt.

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