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Ein Schwamm für alle Fälle


Die natürliche Putzhilfe kommt heute nicht mehr aus dem Meer, sondern von Kalle aus Wiesbaden

Wiesbaden. Finden Sie Schwammtücher auch unentbehrlich? Mit den gelben, blauen und rosa Quadraten entfernen wir Fingertapsen an der Tür, Seife im Waschbecken, Schmutz auf Autofelgen. Auch Fluggesellschaften und Autohersteller schwören darauf. Die Putzhilfen sind unter vielen Eigennamen in Deutschland erhältlich. Doch immer stammt das Produkt mit dem charakteristischen Rautenmuster von Kalle aus Wiesbaden.

Geheimnis der Poren ist Glaubersalz

Weltweit gibt es nur fünf Hersteller, der größte ist Kalle: „Wir beliefern ein Drittel des Weltmarktes“, sagt Leo Mans, Leiter der Schwammtuchproduktion. Die Jahresmenge reicht einmal um den Globus. Kunden mögen die deutsche Qualität: Saugstark und abriebfest, fusselfrei und bei 95 Grad in der Maschine waschbar.

Obwohl die bunten Tücher nach Kunststoff aussehen, bestehen sie nur aus Baumwolle und Zellstoff: Sie lassen sich umweltfreundlich auf dem Kompost entsorgen.

Doch zuerst müssen sich Baumwolle und Zellstoff optimal miteinander verbinden: „Unsere Produktion läuft an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr“, erklärt Mans.

80 Mitarbeiter halten die Anlagen auf Zack. Sie „füttern“ die Maschinen mit großen Baumwoll-Ballen. Der Zellstoff quillt derweil in Lauge und sieht nach weiteren Behandlungsschritten wie cremiger Honig aus. Daraus kneten starke Maschinen zusammen mit den Baumwollfasern zähflüssigen Teig.

Und wie entstehen die saugfähigen Poren? „Wir geben in die Masse Glaubersalz, das wir später wieder auswaschen“, verrät der Betriebsleiter. Jedes Kristall ist Platzhalter für eine Pore. Das Salz recycelt Kalle in einem geschlossenen Kreislauf.

Dann verteilen große Walzen die Masse gleichmäßig auf ein Trägerband: Hier entsteht das Rautenmuster. Sobald die Masse fest ist, durchläuft sie diverse Bäder und eine Trocknungsanlage. Am Ende wickelt sich das Schwammtuch auf riesige Rollen. Nur noch zuschneiden, bedrucken, verpacken – fertig.

Na, wenn das so einfach ist, warum gibt es dann nicht mehr Konkurrenz? Mans lächelt: „Es kommt auf eine optimale Abstimmung zwischen Rohstoffen, Rezepturen und Maschinen an. Wer hier Fehler macht, zahlt sehr viel Lehrgeld.“

Sabine Latorre

 

Info: Kalle GmbH

Bei Kalle in Wiesbaden produzieren 800 Mitarbeiter Wursthüllen auf Viskose-, Kunststoff- und Textilbasis sowie Bratschläuche aus Polyester und Schwammtücher aus nachwachsenden Rohstoffen. 2006 erwirtschaftete die Kalle-Gruppe mit 1.290 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 175 Millionen Euro.

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