Betriebssport

Ein schneller Denker


Spannendes Duell: Michael Hager war viermal in Folge Vereinsmeister. Foto: Puchner

Donauwörth. Jetzt bloß kein Patzer! Unbarmherzig tickt die Uhr am Tisch. Michael Hager schwitzt und beugt sich ganz nah über das quadratische Brett. Dann zieht er den Läufer rasch nach vorn und setzt seinen Gegner Schachmatt.

„Im Schnellschach dauert es höchstens eine halbe Stunde, bis der König fällt“, sagt der Hubschrauber-Elektroniker von Eurocopter. Er leitet seit fünf Jahren den Schachklub des Luftfahrt-Unternehmens im schwäbischen Donauwörth.

Die verkürzte Version des Taktikspiels mag der 38-Jährige am liebsten. „Zeitdruck bringt eine sportliche Komponente ins Spiel“, erklärt er seine Begeisterung für schnelle Duelle. Vier Jahre in Folge hat er es darin zum Vereinsmeister gebracht. Mit seiner Mannschaft spielt Hager in der nordschwäbischen Kreisliga. Sie hat dort zuletzt 2010 den Meistertitel geholt.

Sich voll konzentrieren, nichts übersehen. Neue Wege finden, wie man Probleme löst: Das alles ist auch in Hagers Job gefragt.

Als Prüfer von Luftfahrtgerät wartet er zivile Hubschrauber. Er testet, ob die Elektrik in den Maschinen funktioniert und rüstet sie mit neuen Systemen, etwa Flugdatenschreibern, nach. Hager: „Wir nehmen alles an Bord unter die Lupe – von der einfachen Glühbirne über das Navigationsgerät bis zum Autopiloten.“

Jeden Freitagabend packt Hager erst sein Werkzeug zusammen. Dann trainiert der Denker im Vereinsheim in Donauwörth. Der Klub hat 35 Mitglieder, 5 davon sind Mitarbeiter von Eurocopter. „Es könnten ruhig noch mehr Kollegen sein“, wirbt Hager für sein Hobby.

Im Alter von 13 Jahren spielte der Schachfan seine erste Partie – und blieb begeistert dabei. „Man braucht Ausdauer, Geduld und einen gewissen Biss“, zählt er auf. „Dafür trainiert man logisches Denken.“ Und: „Im Schach darf man sich nicht überraschen lassen“, so der Elektroniker weiter. „Am besten ist man dem Gegner immer einen Schritt voraus.“ Dadurch lerne man, Dinge zu planen. Das hilft mitunter auch im Alltag, zum Beispiel bei den eigenen Finanzen.

Niederlagen einstecken und es immer wieder neu versuchen, auch das muss jeder Anfänger im Schach lernen. „Die ersten zwei Jahre sind zäh“, sagt Hager. Daher achtet er darauf, dass er zu Beginn schwächere Spieler zusammenbringt: „An den ersten zehn unserer Rangliste würden die sich die Zähne ausbeißen.“

Sein eigenes Ziel hat Hager hoch gesteckt: 1.924 Punkte beträgt sein aktueller Stand auf der Wertungsskala des Deutschen Schachbunds. Bis zum Großmeister (rund 2.500 Punkte) wäre es noch ein sehr weiter Weg … Als Nächstes will er aber zumindest die 2.000-Punkte-Grenze knacken. Dazu müsste sein Verein aufsteigen – damit Hager im Duell gegen stärkere Gegner punkten kann.

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