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Was manchmal falsch gemacht wird

Ein Profi der Berufsgenossenschaft gibt Tipps für einen unfallfreien Arbeitsalltag

Arbeiten in Eile und Hektik, ohne Schutzkleidung oder an rotierenden Maschinen – da drohen im Berufsalltag Gefahren. Auch Routiniers im Job sind davor nicht gefeit. Ein Profi erklärt die größten Verhaltensfehler.

Foto: Adobe Stock

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Köln. Trotz aller Sicherheitsvorschriften: Manchmal passiert doch etwas im Betrieb, weil sich Mitarbeiter – bewusst oder unbewusst – falsch verhalten. Frank Mays, Leiter des Präventionsbezirks West der Berufsgenossenschaft Holz und Metall in Köln, erklärt die größten Verhaltensfehler.

Eile und Hektik

Sie sind ein großer Feind des Arbeitsschutzes. Mit dem Motto „Ich mach das mal eben“ an eine Arbeit zu gehen, ist nicht gut. Wer Tätigkeiten unter Zeitdruck verrichtet, geht oft nicht überlegt vor. Zum Beispiel bei Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Fehlende Schutzkleidung

Ohne Kopf- oder Gehörschutz loslegen – das geht gar nicht. Es passiert häufig Mitarbeitern, die so etwas nicht täglich brauchen. Sie unterschätzen das Unfall- und Erkrankungsrisiko, oder es ist ihnen gar nicht bewusst. Ohne Schutzbrille schleifen, schweißen oder bohren kann wortwörtlich ins Auge gehen. Hier wirken sich vermeintliche Routine und Selbstüberschätzung fatal aus.

Rotierende Maschinen

Manch ein Beschäftigter unterschätzt Bohr- und Drehmaschinen. Wer an ihnen mit Handschuhen, zu langem Ärmel oder in weiter Kleidung hantiert, kann in bewegliche Teile geraten. Schlimme Verletzungen wie ausgerissene Finger können die Folge sein.

Fehlende Schutzeinrichtungen

Gitter und Schutztüren an Maschinen haben einen Sinn. Doch immer wieder mal setzen Mitarbeiter sie außer Kraft. Das geschieht häufig bei Wartungs- und Reparaturarbeiten. Während die Anlage läuft, sucht der Beschäftigte nach dem Fehler – so kann es zu schweren Unfällen kommen.

Übersehener Gabelstapler

Grundregel: Als Fußgänger im Betrieb unbedingt auf den markierten Wegen bleiben und bei nahendem Stapler Blickkontakt mit dem Fahrer aufnehmen. Wegen des toten Winkels durch Hebevorrichtung oder Kabine kann es passieren, dass der Fahrer jemanden nicht sieht! Zudem fährt der eine oder andere recht sportlich durch die Halle.

Und ein Tipp für die Fahrer: Beim Verlassen des Staplers immer den Schlüssel abziehen! Sonst setzt sich womöglich jemand ohne Staplerführerschein ans Steuer.

Risiko Stolperfalle

Sie gehört zu den „Klassikern“. Wer Treppen rauf- oder runtergeht – unbedingt den Handlauf benutzen! Gerade bei Metallgittertreppen rutscht man schnell aus, wenn sie feucht oder mit Fett oder Öl verunreinigt sind. Für die Betriebsleitung gilt: Schlaglöcher beseitigen, unvermeidbare Kanten kennzeichnen.

Nachlässigkeit bei Schulungen

Regelmäßige Unterweisungen sind gesetzlich vorgeschrieben und wirken dem „Schlendrian“ beim Arbeitsschutz entgegen.

Dulden von Fehlverhalten

Sicherheitsbestimmungen zu missachten, ist kein Kavaliersdelikt! Riskantes Verhalten muss unbedingt abgestellt werden. Wichtig ist, aus Fehlern, die passiert sind, Lehren für die Zukunft zu ziehen.


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Die Zahl der Arbeitsunfälle je 1.000 Vollbeschäftigte hat sich seit 1995 auf zuletzt 22,95 verringert. Arbeiten wird immer sicherer. Und die Unfallquoten lassen sich noch weiter senken – wie der Chemie-Spezialist Arkema zeigt.

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