Mitarbeiterbindung

Ein Maschinenbau-Zulieferer gehört zu Deutschlands beliebtesten Arbeitgebern


Aerzen. „Land der Bewegung“ – so nennt der Maschinenbau-Zulieferer Lenze sein Nachwuchsprogramm. Das in Aerzen bei Hameln beheimatete Unternehmen geht in die Schulen, sponsert Aktionen, um mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. „Demnächst fahren wir mit ihnen auf die Eisbahn“, erzählt Vorstandschef Erhard Tellbüscher.

Er sagt: „Unser Leitspruch lautet: So einfach ist das!“ Und um diesen Anspruch der Technologieführerschaft Tag für Tag in die Praxis umzusetzen, „benötigen wir die besten Köpfe“. Nur mit qualifizierten Mitarbeitern könne man wettbewerbsfähig bleiben – und jetzt die Konjunkturbelebung nutzen. „In Europa sind Anzeichen für das Überwinden der Rezession erkennbar.“

Selbst im schwierigen Geschäftsjahr 2012/2013, so der Lenze-Chef, habe man den Umsatz um 2 Prozent auf 588 Millionen Euro steigern können – „während andere Anbieter Rückgänge verzeichnen mussten“. Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit um 150 auf rund 3.300, davon 1.700 in Deutschland.

Lenze ist ein typisches Familienunternehmen, das seit 65 Jahren Antriebs- und Automatisierungstechnik für den Maschinen- und Anlagenbau produziert. Zum Erfolgsrezept gehört, das betont der Firmenchef, niemals nur auf das schnelle Geschäft aus zu sein. „Uns geht es um langfristige Kundenbeziehungen.“

Und eben offensichtlich um eine besondere Beziehung zu den Mitarbeitern. Das Unternehmen bekommt immer wieder Auszeichnungen, denen zufolge es zu den beliebtesten Arbeitgebern Deutschlands zählt. So gab es unlängst den Preis „Top Arbeitgeber für Ingenieure“ des niederländischen CRF-Instituts. Gemessen werden etwa Mitarbeiterzufriedenheit und Fortbildungqualität.

In der ländlichen Region identifizieren sich die Mitarbeiter in besonderem Maße mit der Firma. Sie stammen aus der Gegend und wollen dort bleiben. Auch Tellbüscher selbst, der einst an der Universität Hannover Maschinenbau studierte, ist schon seit fast 30 Jahren bei Lenze. „Wir haben immer auf stetiges Wachstum geachtet“, sagt er. „Waghalsige Manöver waren nie unsere Sache.“

Kostendisziplin bleibt die Bedingung

Gewinne werden seit jeher in die Unternehmensgruppe investiert. Die Eigenkapitalquote liegt nach Tellbüschers Angaben bei 62 Prozent. Allein im Geschäftsjahr 2012/2013 investierte Lenze nicht weniger als 80 Millionen Euro, vor allem in neue Produkte, Vertrieb und ausländische Standorte.

Zu der Strategie des nachhaltigen Wachstums gehört aber auch, auf Kostendisziplin und Effizienz zu achten. So werden aktuell am Standort Extertal bestimmte Reparaturarbeiten bei Getrieben aufgegeben. 30 Mitarbeiter sind betroffen, sie bekommen andere Arbeitsplätze in der Montage. Kostendisziplin bedeute nicht Entlassungen, betont Tellbüscher. Auch das ist typisch für ein Familienunternehmen.

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