Unternehmer

Ein Mann wie ein Motor


Gunter Niederheide, Geschäftsführer bei Mundipharma, setzt beim Erfolg auf klare Strategien

Limburg. „Für ihn öffnet sich jede Tür“, singt die Erfolgsgruppe „Ich + Ich“ in ihrem aktuellen Hit „Einer von Zweien“. Das trifft auf Gunter Niederheide (55) zu: Der smarte Geschäftsführer des Pharma-Unternehmens Mundipharma in Limburg hat in den vergangenen zehn Jahren die Belegschaft verdoppelt und den Umsatz verdreifacht. Und das scheinbar mühelos. Auch dieses Jahr soll die Zahl der Mitarbeiter wachsen.

Viel Energie für neue Projekte

Songs von „Ich + Ich“, Westernhagen, Rosenstolz und Grönemeyer stehen bei Niederheide ganz oben auf der Hitliste: „Dabei kann ich zu Hause auf meiner Couch total entspannen“, erzählt er.

Lässig in Jeans, Sakko und Krawatte sitzt er im Büro. Ein jungenhaftes Lächeln huscht über sein Gesicht, wenn er telefoniert, organisiert und mit Mit­ar­beitern redet. Das Fa­mi­­lien­unternehmen (900 Mitarbeiter am Standort) hat sich auf Schmerzmittel spezialisiert, die es weltweit vertreibt. Relativ neu im Angebot sind Medikamente zur Krebs- und Asthma-Therapie: „Da können wir einiges bewegen, da wachsen wir stark“, davon ist der Chef überzeugt. Und treibt die Projekte energisch voran.

Von außen sieht das leicht und locker aus. Ist es das? „Die Arbeit macht einfach Spaß“, sagt der Manager. Ein „Spaß“, der ihn rund um die Uhr beschäftigt. Am Vorabend noch geschäftlich in Polen, minus 25 Grad. Dagegen ist der Winter in Limburg „richtig kuschelig“.

Morgens um 8.30 Uhr sitzt er wieder am Schreibtisch: „Früher geht nicht, das ist meine Schwachstelle“, seufzt er fast entschuldigend. Abends ab nach Hause, umziehen fürs Abendessen mit regionalen Politikern – Mundipharma ist einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Niederheide: „Das Lokal ist gut, beim Gespräch geht es meist um die Firma. Ist das Freizeit oder Arbeit? Das kann ich nur schwer trennen.“ 

„Bauchgefühl“ und klare Sprache

Oder das gemeinsame Skifahren mit rund 90 Mitarbeitern. Dafür nimmt er sich Urlaub. Auch dort geht es in Gesprächen mal um die Arbeit. Genau wie beim Firmenfußball, wo er gelegentlich kickt. Oder der traditionellen Fastnachtsfeier.

Er mag diese Begegnungen mit den Menschen. Auch im Unternehmen sucht er sie direkt auf: „Viele Manager lassen sich via Powerpoint über die neuesten Entwicklungen informieren. Ich höre das am liebsten von den Leuten selber.“ Er versteht sie gut. Und sie verstehen ihn. Denn er spricht eine klare Sprache. Er sagt nicht: „Trotz der Wirtschaftskrise lassen sich für unser Unternehmen positive  Handlungsspielräume erkennen.“ Er sagt: „Es geht uns gut!“ Aber auch: „Wir müssen was tun!“

„Diese Direktheit habe ich im Ausland gelernt“, verrät Niederheide. Jahrelang war er für ein großes Chemie-Unternehmen in leitender Position  in Asien und Lateinamerika: „Man musste die Botschaft auf den Punkt bringen.

Für Zwischentöne reicht die Sprachkenntnis  nicht.“ Führungsnachwuchs sucht er in den eigenen Reihen. Für die Zukunft ist er optimistisch: „Da folge ich neben den Fakten meinem Bauchgefühl“, sagt er mit einem Augenzwinkern, „das hat mich noch nie getäuscht.“

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