Beratung bringt Betriebe voran

Ein Mann für alle Fälle


Arbeitswissenschaftler wie Nikolaus Schade helfen Betrieben weiter

Frankfurt. Lagebesprechung in der Produktion von Faserverbundwerkstoffen bei Schunk in Heuchelheim: Wie läuft die Schicht? Sind alle zufrieden oder gibt es Verbesserungsbedarf? Stehen sonst noch Probleme an, die behoben werden müssen? Wie sieht es zum Beispiel mit der Produktivität oder dem Gesundheitsschutz aus?

Nikolaus Schade will alles genau wissen, hört seinen Gesprächspartnern aufmerksam zu. Der Ingenieur vom Arbeitgeberverband Hessenmetall berät mit seinen Kollegen Friedrich Fischer und Dirk Rösler Unternehmen bei allen diesen Fragen, die unter den Begriff Arbeitswissenschaft fallen.

Arbeitsplätze an Ältere angepasst

„Die Betriebe müssen sich sehr flexibel an ihre Auftragslage anpassen. Da sind maßgeschneiderte Gangschaltungen gefragt zum Beschleunigen oder Verlangsamen der Produktion“, weiß Schade.

Im Bereich Faserverbundwerkstoffe werden Bauteile hergestellt, die sehr leicht, aber extrem belastbar sind. Diese Hightech-Produkte zählen zu den vielen Spezialitäten der Schunk Group und werden unter anderem in der Photovoltaik- und Elektronik-Industrie zur Herstellung von Solarmodulen, Chips und LEDs eingesetzt.

Der Technologiekonzern beschäftigt weltweit mehr als 8.200 Mitarbeiter, davon rund 2.000 am Firmensitz in Heuchelheim. Für sie nutzt Personalchef Steffen Friedrich das Beratungsangebot von Hessenmetall. In vielen Bereichen ist Schunk bereits gut aufgestellt. Nun nimmt man die ­Herausforderungen des demografischen Wandels verstärkt in den Blick.

„Wir schauen, wie die Arbeitsplätze zu einer älter werdenden Belegschaft passen oder wie wir mehr junge Frauen für eine Ausbildung in einem technischen Beruf begeistern, und auch dabei können wir auf das Know-how des Verbands zurückgreifen“, stellt Friedrich fest.

Viele Fragen erörtern die Verbandsingenieure mit Juristen vor Ort und mit der Tarifabteilung von Hessenmetall, zu der die Arbeitswissenschaft gehört. „Das eingespielte Team aus Arbeitswissenschaftlern sowie Arbeits- und Tarifrechtlern findet mit den Unternehmen Lösungen, die in dieser Qualität von anderen Beratern sicher nicht umgesetzt werden können“, betont Schade.

Prämien für die Mitarbeiter

Auch bei Arno Arnold in Obertshausen weiß man das Angebot des Verbands zu schätzen. Das Familienunternehmen ist ein international gefragter Zulieferbetrieb des Maschinenbaus, der sich mit über 80 Mitarbeitern ganz auf die Entwicklung und Produktion von Schutzabdeckungen für die industrielle Fertigung spezialisiert hat.

„Man braucht den Blick in innere Abläufe von außen, um Veränderungen anzustoßen“, erklärt Geschäftsführer Wolf Matthias Mang, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Ehefrau Simone Weinmann-Mang leitet.

Er nutzt arbeitswissenschaftliches Know-how in allen Bereichen. So wurde unter anderem die Produktion konsequent nach dem japanischen Logistik-System Kanban aufgebaut. Überall wird darauf geachtet, weder Zeit, Platz noch Ressourcen zu verschwenden.

Mang: „Durch viele kleine Veränderungen haben wir über die Jahre die Produktivität und den Umsatz gesteigert.“ Und davon profitieren auch die Mitarbeiter – durch sichere Arbeitsplätze und Zusatzprämien.

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