Mitarbeiter des Monats

Ein Leben für die Azubis


Dieter Thode: Ausbilder mit beispielloser Erfolgsquote

Itzehoe. Was für eine Bilanz: Seit fast 45 Jahren ist er im Betrieb, die meisten Kollegen, die hier in der Produktion arbeiten, hat er ausgebildet – und er hat sie alle durchgebracht. „In der ganzen Zeit“, sagt Dieter Thode, Ausbildungsmeister bei Sterling Sihi in Itzehoe, „mussten nur zwei ihre Prüfung wiederholen, aber auch diese beiden haben es am Ende geschafft. Durchgefallen ist keiner.“

So formt man eine Truppe, die Weltmarktführer in einigen Segmenten ist. Mit insgesamt 400 Beschäftigten in Itzehoe ist die schleswig-holsteinische Firma, die zur international tätigen Sihi Gruppe gehört, auf den Bau von Vakuumpumpen und Anlagen spezialisiert – ein Bereich, der maximale Präzision erfordert. „Wir legen höchsten Wert auf Qualität“, bestätigt Ausbilder Thode. „Diese Qualität lässt sich aber nur dann erreichen, wenn alle Mitarbeiter Top-Leistungen bringen.“ Angehende Industrie-Mechaniker, Mechatroniker und Zerspaner lernen bei ihm die grundlegenden Fertigkeiten ihres Berufs – und das, worauf es darüber hinaus ankommt.

Eigenverantwortung und Vertrauen

Wie schafft man es, alle auf das Niveau eines „Hidden Champion“ zu bringen? „Ich biete den Auszubildenden beides an, meine Lebens- und meine Berufserfahrung“, erklärt Thode. „Sie müssen dann selbst entscheiden, wie viel sie davon annehmen.“ Die verbreitete Klage über die jungen Leute von heute ist ihm fremd. „So wie ich früher zu Hause mit meinen drei Kindern umgegangen bin“, sagt der 59-Jährige, „so bin ich auch im Betrieb.“

Er lasse den Lehrlingen viele Freiheiten, bringe ihnen Vertrauen entgegen – und könne doch durchaus deutlich werden, wenn einer nicht will. Aber: „Streit gibt es nur auf fachlicher Ebene“, stellt er klar, „persönlich oder gar ausfallend werden, das ist nicht mein Ding!“

Thode sieht sich als Coach eines Teams, das Projekte gemeinsam angeht und umsetzt. „Erst wenn es schwierig wird und die Jugendlichen allein nicht mehr weiterkommen, greife ich steuernd ein.“ Seine Devise lautet: „Ich will Optimismus vermitteln.“

Im Januar kam das erste Enkelkind

Als Thode Ende 1966 in Itzehoe anfing, war die Berufswelt noch eine andere. Es gab weder Computer in der Produktion noch CNC-gesteuerte Maschinen, kein Internet und keine Handys. Aber was die Menschen betrifft, sieht er zwischen der heutigen Jugend und den Azubis aus seiner Lehrzeit kaum Unterschiede. Thode: „Möglicherweise sind die jungen Leute etwas offener gegenüber Vorgesetzten geworden. Sie haben keine Angst mehr vor Chefs, aber Respekt haben sie immer noch.“

Und was macht der Ausbilder, wenn er in einigen Jahren in Rente geht? Dieter Thode lacht. „Mir wird die Arbeit garantiert nicht ausgehen“, sagt er. „Wir haben im Nachbarort Münsterdorf ein Eigenheim mit einem großen Garten. Da gibt es immer etwas zu tun. Außerdem bin ich Mitte Januar zum ersten Mal Großvater geworden. Unsere Enkelin wird uns auf Trab halten, da bin ich mir sicher.“

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