Ausbildung

Ein himmlischer Auftrag


Kuppel als Krönung: Drei Lehrlinge von Koenig & Bauer an ihrem Spezial-Auftrag. Foto: Standke

Lehrlinge von KBA bauten eine Kuppel für eine Sternwarte

Würzburg. Wer die Sterne beobachten will, braucht ganz bodenständige Hilfe: Das wissen die Schüler des Würzburger Friedrich-Koenig-Gymnasiums – weil  Auszubildende von Koenig & Bauer (KBA) sie tatkräftig unterstützt haben. Die Jungtechniker des Druckmaschinen-Herstellers machten ihnen nämlich ein tolles Geschenk: eine in knapp zehn Monaten maßgefertigte Observatorium-Kuppel.

Profi-Wissen eingeholt

Die Schule wollte schon lange eine Sternwarte. Als die Planung konkret wurde, fehlte die Krönung: eine drehbare Kuppel, aus der das Teleskop ins All schaut. Studienrat Christian Lorey fragte bei Reinhard Munz an, dem Leiter der KBA-Werkberufsschule. Der ließ sich nicht lange bitten. Schnell hatte er zehn angehende technische Zeichner, Industrie- und Zerspanungsmechaniker aus dem zweiten Lehrjahr zur Hand. Die wählten als Material Aluminium: In Stahl hätte die 1,80 Meter hohe Kuppel statt 800 Kilo 2,4 Tonnen gewogen.

Den himmlischen Auftrag zu übernehmen, war Ehrensache. „Aber Alu zu schweißen, ist schwierig, weil es sich schnell verzieht“, sagt Azubi Michael Fischer. Er und sein Kollege Thomas Roth holten sich deshalb Profi-Wissen: In der Würzburger Handwerkskammer machten die beiden 18-Jährigen einen einwöchigen Aluminium-Sonderlehrgang. „Weil sie so gut waren, legten sie gleich noch die offizielle Prüfung ab“, erzählt Berufsschulleiter Munz.

Zurück im Werk war schnell klar: Alle 16 Außenbleche, die die Halbkugel mit 3,60 Meter Durchmesser ergeben sollen, müssen einzeln gefertigt werden. Das erhöhte den Aufwand, auch für die KBA-Blechschlosserei.

Zeit und Material geschenkt

Die Lehrlinge übertrugen die Zeichnungen in die Maschinen-Programmierung, passten die Bleche an, frästen die Schrägen. Das brachte sie nicht nur technisch weiter. „Wir haben auch viel über Planung gelernt“, sagt Kevin Kraft (19). „Und dass man immer für Teile-Nachschub sorgen muss.“

Die Firma schenkte der Schule Material, Arbeitszeit und -einsatz der Azubis. Den Wert der Kuppel schätzt Munz auf 25.000 Euro. Das ganze Observatorium kostete 180.000 Euro. Seit Ende Dezember kann man von dort aus Himmelskörper beobachten.    

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