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Ideen virtuell sichtbar machen

Ein Hightech-Experte vom Hersteller Roche Diagnostics begeistert Laborbetreiber

VR-Brille aufsetzen, und schon können sich Laboranten virtuell in ihrem zukünftigen Labor umsehen. Und alles einmal ausprobieren. Fachinformatiker Christopher Grieser vom Gesundheitsunternehmen Roche Diagnostics macht es möglich.

Virtuell in der Anlage: Mithilfe spezieller Griffe kann man selber hantieren. Foto: Sandro

Virtuell in der Anlage: Mithilfe spezieller Griffe kann man selber hantieren. Foto: Sandro

Im Showroom: So sieht ein modernes Labor von Roche aus. Foto: Sandro

Im Showroom: So sieht ein modernes Labor von Roche aus. Foto: Sandro

Begeistert von den virtuellen Möglichkeiten: Christopher Grieser beim Vortrag. Foto: Sandro

Begeistert von den virtuellen Möglichkeiten: Christopher Grieser beim Vortrag. Foto: Sandro

Mannheim. Häuslebauer treibt es um. Genau wie alle, die gerade bei Ikea eine Küche planen: Wie wird das, was ich mir vorstelle, am Ende tatsächlich aussehen? Noch viel kompliziertere Objekte – nämlich komplette Labore – machen Christopher Grieser und sein Team in einer täuschend echten Simulation erlebbar.

Der Fachinformatiker leitet beim Gesundheitsunternehmen Roche Diagnostics in Mannheim die Abteilung Lab Design, Visualization & Virtual Reality. Immer dann, wenn ein komplexes Labor in Krankenhäusern, Universitäten oder privaten Laborbetrieben neu ausgestattet oder umgebaut werden muss, schlägt die Stunde der Hightech-Experten.

Nur zehn Sekunden, dann wissen alle, wie das neue Labor aussehen wird

Früher wurden die Labor-Entwürfe auf Plänen aufgezeichnet, Bilder erstellt und die Fantasie der Kunden bei langen Vorträgen bemüht. Grieser: „Aber meist haben die Menschen unterschiedliche Vorstellungen von dem, was sie hören.“ Im Kompetenzzentrum für virtuelle Realität erstellt er nun 3-D-Echtzeitumgebungen. „Dazu erfassen wir die Räumlichkeiten der Kunden und planen, wie sich Personal, Proben und Material im neuen Labor bewegen.“

Hat das Gebäude des Kunden rote Fensterrahmen, werden sich diese in der Präsentation wiederfinden, „ein maximaler Wiedererkennungswert“. Dann nimmt Grieser die Menschen auf eine virtuelle Erlebnisreise mit: „Jeder setzt eine VR-Brille auf, und wir schauen uns gemeinsam in den neuen Räumen um. Das dauert zehn Sekunden, dann wissen alle, wie es aussehen wird.“

Schon als Kind von Computerspielen fasziniert

Simuliert wird dann zum Beispiel eine vollautomatische Analyse von Blut- oder Urinproben von Patienten. Dabei kann man selber in Aktion treten – in der Realität so kaum denkbar: „Die Geräte lassen sich ausprobieren, wir können Proben einsetzen oder den Kopf in die Anlagen stecken und beim Verarbeitungsprozess zusehen“, so der Abteilungsleiter.

Die virtuellen Arbeitsprozesse dauern hier gerade mal fünf Minuten statt drei bis vier Stunden „Und man merkt, wo ein Gerät oder eine Ablage fehlt oder ob die Anlagen zu eng aufgestellt sind!“ Die Begeisterung für die komplexe Planung von Gebäuden und Anlagen ist dem 36-Jährigen anzumerken, der schon als Kind von Computerspielen fasziniert war. Bereits seit 2006 tüftelt er bei Roche daran, Labor-Pläne möglichst plastisch und realistisch darzustellen.

In seinem jungen zwölfköpfigen Team arbeiten Architekten, IT-Experten, ein 3-D-Artist sowie Spiele-Entwickler. Im sogenannten „Kreativraum“, der wie ein hippes Wohnzimmer mit Dartscheibe aussieht, entwerfen sie gemeinsam die Zukunft. Jetzt, wo sich der Standort zu einem Hightech-Campus wandelt, ist die Abteilung ganz vorne mit dabei: „Die Technik rund um virtuelle Welten hat die Präsentation von Laborsystemen revolutioniert“, schwärmt Grieser.

Die „Show“ läuft an vielen Roche-Standorten

Die „Show“ ist bereits an vielen der weltweiten Roche-Standorte erlebbar. Deshalb muss das Team auch oft reisen. Für Grieser ist das begehbare virtuelle Labor allerdings erst der Anfang: „Was Laborsysteme angeht, können wir eigentlich die gesamte Wertschöpfungskette bedienen“, ist sich der Experte sicher. Er denkt dabei zum Beispiel an Ausbildung und Trainings: „Wir können einen schnelleren Zugang zu Geräten und Abläufen bieten.“

Ein weiterer Pluspunkt: Die virtuelle Präsentation spart Geld, schont Ressourcen und senkt Transportaufwände und CO2-Emissionen.

Nach Feierabend kehrt Grieser gerne aus der virtuellen Welt in die Realität zurück. Dann steht der Hobbykoch am heimischen Herd und kreiert asiatische Köstlichkeiten.


Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Komplexe Dinge zu vereinfachen, hat mich schon immer fasziniert. Also etwas so klar und einfach darzustellen, dass es jeder versteht. Das geht mit virtueller Realität am besten.

Was reizt Sie am meisten?

Die Zusammenarbeit mit dem heterogenen Team! Es macht Spaß, die Welten von Architekten, IT-Experten, 3-D-Artisten und Spiele-Entwicklern zu vereinen.

Worauf kommt es an?

Die fantastischen Ideen in die richtigen Bahnen lenken. Sich auf den Kern konzentrieren und das Beste daraus machen.

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