Heizungstechnik für die ganze Welt

Ein heißer Job bei 860 Grad


Eibelshausen. Langsam öffnet sich das Tor. Eine heftige Hitzewelle strömt für einen Moment in die Werkhalle. Jetzt geht alles ganz schnell: Produktionsmitarbeiter Abdul Rashid bedient aus sicherer Entfernung rasch die Steuerung. Und die rot glühenden Warmwasserspeicher gleiten aus dem riesigen Ofen heraus.

„Während die Werkstücke abkühlen, geht die nächste Charge in den 860 Grad Celsius heißen Ofen“, sagt Rashid, der seit über 20 Jahren bei Bosch Thermotechnik in Eschenburg-Eibelshausen arbeitet, im Emaillierwerk.

Der Betrieb mit seinen 330 Mitarbeitern ist innerhalb des Bosch-Konzerns das Leitwerk für die Produktion von Warmwasserspeichern. Und die sind ein zentrales Element des Heizungssystem, soll im Haushalt warmes Wasser zur Verfügung stehen.

Ältester Standort der Bosch-Gruppe

Das Werk gilt als ältester Standort innerhalb der gesamten Bosch-Gruppe. In diesem Jahr wird der 400. Geburtstag gefeiert. 1613 wurde hier der erste Holzkohle-Hochofen errichtet. Gut 100 Jahre später produzierte man neben Roheisen auch Öfen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk, das Buderus 1935 übernommen hatte, zum zentralen Kohleofenwerk ausgebaut. 1975 schloss Buderus die Gießerei und startete die Speicherfertigung.

Bosch übernahm den Standort 2003. Es folgte eine große Umstrukturierung der verschiedenen Werke, und Eibelshausen entwickelte sich zum Spezialisten für Warmwasserspeicher.

Rund 12 Millionen Euro wurden allein in den letzten beiden Jahren in den Standort investiert zur Modernisierung und Optimierung der Fertigung. Auch die Produktpalette wurde komplett überarbeitet. Haupterzeugnis sind heute emaillierte Trinkwasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 120 bis 3.000 Litern.

Vertrieben werden die Erzeugnisse unter der globalen Marke Bosch sowie regionalen Marken wie Buderus oder Junkers. In Eibelshausen wurden im vergangenen Jahr rund 90.000 Warmwasserspeicher produziert, sorgfältig ausgekleidet mit hochwertigem Emaille. Beim Brennvorgang geht es mit Metall eine feste Verbindung ein und schützt damit dauerhaft vor Korrosion.

„Wasser kann richtig aggressiv sein und selbst Stahl angreifen, deshalb setzen wir auf Emaille, schließlich geht es hier um Trinkwasser“, erläutert Klaus Waldschmidt, Leiter des Emaillierwerks, in dem rund 30 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Menschen und Roboter arbeiten im Emaillierwerk Hand in Hand

Sie produzieren hier Hand in Hand mit moderner Robotertechnologie. Abdul Rashid kann fast jede Maschine bedienen und mag seinen Job: „Es ist eine tolle Arbeit, die mir selbst in der Nähe des heißen Ofens wirklich Spaß macht.“

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