Integration

Ein Handicap ist kein Hindernis


Wacker Chemie engagiert sich für Menschen mit Behinderung

Burghausen. An seiner Arbeitsstätte gibt’s für Sebastian Ortner keine Barrieren – obwohl seine Beine von Geburt an gelähmt sind. Er parkt das Auto direkt auf dem Werkgelände, ganz nah am Eingang zum Gebäude „739a“.

Dann fährt er im Rollstuhl mit einem geräumigen Aufzug in das zweite Obergeschoss und erreicht so mühelos sein Büro. „Ich komme überall hin, wo ich hinkommen muss“, sagt der 25-jährige Industriekaufmann zufrieden. „Da achtet Wacker ganz genau drauf.“ Wacker Chemie am oberbayerischen Standort Burghausen ist Ortners Arbeitgeber.

Dort sind 735 Mitarbeiter mit Behinderung angestellt. Gemessen an der Zahl der insgesamt knapp 10.000 Beschäftigten im Werk sind das 7,8 Prozent.

Ausgezeichnet mit Integrationspreis

Das liegt deutlich über dem Durchschnitt in deutschen Unternehmen (mit mindestens 20 Mitarbeitern): 4,5 Prozent waren es nach den jüngsten Angaben der Bundesagentur für Arbeit.

Aber nicht nur wegen der überdurchschnittlich hohen Quote ist Wacker vor kurzem von der bayerischen Staatsregierung mit dem renommierten Integrationspreis „Job-Erfolg“ ausgezeichnet worden.

„Eine Jury kam einige Male ins Werk und hat die Arbeitsbedingungen für benachteiligte Mitarbeiter unter die Lupe genommen“, berichtet Franz Winklbauer stolz. Er ist seit zehn Jahren Vertrauensperson der Schwerbehinderten.

Einer, der sich über das soziale Engagement von Wacker besonders freut, ist Alfred Neff. Der 54-jährige Schlosser arbeitet in der Maschinenwerkstatt. Dort repariert er kleinere Getriebe, Ventilatoren und Pumpen. „Das ist eine super Firma“, sagt Neff. „Für die Interessen aller Mitarbeiter gibt es immer ein offenes Ohr.“

Dabei kann es um flexible Arbeitszeiten gehen, die Berufskleidung, die gestellt wird, oder um Ergonomie. Beispiel: Neffs Arbeitsplatz ist ein Hubtisch. Der lässt sich hochfahren, damit der Schlosser im Stehen Teile reparieren kann. Oder niedrig einstellen für bequemes Arbeiten auf Kniehöhe.

Die Kollegen helfen, wo es geht

Was Neff nicht anzusehen ist: Er ist mit einem Grad von 40 Prozent behindert – altersbedingter Verschleiß der Bandscheiben. „Eine Arbeit, bei der ich mich nach vorn beugen muss, kann ich nicht mehr machen“, erklärt er.

Sein Meister und die Kollegen helfen, wo es geht, damit er auch an Tagen klarkommt, an denen sein Rücken schmerzt. „Dann muss ich zum Beispiel nicht mit zu Reparaturen an Maschinen auf dem Werkgelände.“

Auch Rollstuhlfahrer Ortner, der als Disponent in der Produktionsplanung tätig ist, schätzt die rührige Aufmerksamkeit: „Hier kümmert sich wirklich jeder darum, dass alles für mich passt.“ Dafür sei er sehr dankbar. So wurde die Toilette auf dem Stockwerk umgebaut. „Ohne das wär’s auch gegangen, aber mit ist es halt einfacher.“

Ihre Leistung müssen die Mitarbeiter mit Behinderung freilich wie alle anderen auch bringen. Manche beeindrucken mit besonderem Einsatz. Vertrauensmann Winklbauer berichtet von einem Mitarbeiter, der seit einem Verkehrsunfall halbseitig gelähmt und blind ist.

Für ihn hat Wacker zu Hause einen Arbeitsplatz eingerichtet, wo er mithilfe der Blindenschrift Statistiken aufstellt. „Oft ist er mit seinem Wochenpensum aber schon vor der Zeit fertig.“ Winklbauer bewundernd: „So engagiert ist er bei der Sache.“

 

Wacker Chemie engagiert sich für Menschen mit Behinderung

Burghausen. An seiner Arbeitsstätte gibt’s für Sebastian Ortner keine Barrieren – obwohl seine Beine von Geburt an gelähmt sind. Er parkt das Auto direkt auf dem Werkgelände, ganz nah am Eingang zum Gebäude „739a“.

Dann fährt er im Rollstuhl mit einem geräumigen Aufzug in das zweite Obergeschoss und erreicht so mühelos sein Büro. „Ich komme überall hin, wo ich hinkommen muss“, sagt der 25-jährige Industriekaufmann zufrieden. „Da achtet Wacker ganz genau drauf.“ Wacker Chemie am oberbayerischen Standort Burghausen ist Ortners Arbeitgeber.

Dort sind 735 Mitarbeiter mit Behinderung angestellt. Gemessen an der Zahl der insgesamt knapp 10.000 Beschäftigten im Werk sind das 7,8 Prozent.

Ausgezeichnet mit Integrationspreis

Das liegt deutlich über dem Durchschnitt in deutschen Unternehmen (mit mindestens 20 Mitarbeitern): 4,5 Prozent waren es nach den jüngsten Angaben der Bundesagentur für Arbeit.

Aber nicht nur wegen der überdurchschnittlich hohen Quote ist Wacker vor kurzem von der bayerischen Staatsregierung mit dem renommierten Integrationspreis „Job-Erfolg“ ausgezeichnet worden.

„Eine Jury kam einige Male ins Werk und hat die Arbeitsbedingungen für benachteiligte Mitarbeiter unter die Lupe genommen“, berichtet Franz Winklbauer stolz. Er ist seit zehn Jahren Vertrauensperson der Schwerbehinderten.

Einer, der sich über das soziale Engagement von Wacker besonders freut, ist Alfred Neff. Der 54-jährige Schlosser arbeitet in der Maschinenwerkstatt. Dort repariert er kleinere Getriebe, Ventilatoren und Pumpen. „Das ist eine super Firma“, sagt Neff. „Für die Interessen aller Mitarbeiter gibt es immer ein offenes Ohr.“

Dabei kann es um flexible Arbeitszeiten gehen, die Berufskleidung, die gestellt wird, oder um Ergonomie. Beispiel: Neffs Arbeitsplatz ist ein Hubtisch. Der lässt sich hochfahren, damit der Schlosser im Stehen Teile reparieren kann. Oder niedrig einstellen für bequemes Arbeiten auf Kniehöhe.

Die Kollegen helfen, wo es geht

Was Neff nicht anzusehen ist: Er ist mit einem Grad von 40 Prozent behindert – altersbedingter Verschleiß der Bandscheiben. „Eine Arbeit, bei der ich mich nach vorn beugen muss, kann ich nicht mehr machen“, erklärt er.

Sein Meister und die Kollegen helfen, wo es geht, damit er auch an Tagen klarkommt, an denen sein Rücken schmerzt. „Dann muss ich zum Beispiel nicht mit zu Reparaturen an Maschinen auf dem Werkgelände.“

Auch Rollstuhlfahrer Ortner, der als Disponent in der Produktionsplanung tätig ist, schätzt die rührige Aufmerksamkeit: „Hier kümmert sich wirklich jeder darum, dass alles für mich passt.“ Dafür sei er sehr dankbar. So wurde die Toilette auf dem Stockwerk umgebaut. „Ohne das wär’s auch gegangen, aber mit ist es halt einfacher.“

Ihre Leistung müssen die Mitarbeiter mit Behinderung freilich wie alle anderen auch bringen. Manche beeindrucken mit besonderem Einsatz. Vertrauensmann Winklbauer berichtet von einem Mitarbeiter, der seit einem Verkehrsunfall halbseitig gelähmt und blind ist.

Für ihn hat Wacker zu Hause einen Arbeitsplatz eingerichtet, wo er mithilfe der Blindenschrift Statistiken aufstellt. „Oft ist er mit seinem Wochenpensum aber schon vor der Zeit fertig.“ Winklbauer bewundernd: „So engagiert ist er bei der Sache.“

 

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