Elektro-Autos

Ein Franzose fährt mit Motor aus Gifhorn


Gifhorn. Das Werk von Continental in Gifhorn bei Wolfsburg hat 2012 mehr als 10.000 Elektromotoren für den französischen Hersteller Renault produziert. „Wir können jährlich bis zu 75.000 Stück herstellen“, sagt Werkleiter Thomas Schrader. „Die Produktion kann variabel angepasst werden.“

Rund vier Jahre haben die Continental-Ingenieure ihren E-Motor entwickelt. Jetzt ist er serienreif und bereits in verschiedenen Fahrzeugen im Einsatz.

Das Gifhorner Werk produziert zwei Grundtypen mit Leistungen zwischen 44 und 70 Kilowatt. In einer Vielzahl von Fertigungsschritten wird aus rund 80 Kilogramm Aluminium, Kupfer und Stahl ein zuverlässiger und durchzugsstarker E-Motor.

Wie das vonstattengeht, darüber informierten die Ingenieure jetzt rund 20 Teilnehmer des „Innovationskreises Automobilzulieferer“. Reiner Leopold, Segmentleiter E-Motoren, hatte einen Film mitgebracht, der alle Fertigungsschritte zeigt: von der Wicklung der Kupferdrähte über das Verpressen des Rotors auf die Welle bis hin zur Verbindung von Rotor und Stator im Aludruckgussgehäuse.

Auch wenn dabei natürlich keine Betriebsgeheimnisse offengelegt werden – der Innovationskreis bietet sehr konkreten fachlichen Austausch auf hohem Niveau. Offen sprach Leopold über noch vorhandene Optimierungspotenziale im Produktionsprozess: „Wir haben noch zu viele manuelle Prozesse in der Endmontage. Und wir arbeiten daran, das zu verbessern.“

12 Millionen Euro investierte Conti in die neue Fertigungslinie – und schloss so das letzte Glied einer lang geplanten Produktkette: Batterie, Leistungselektronik und Motoren werden nun in Serie gefertigt. Für die Montage der Elektromotoren sind 100 der 1.600 Beschäftigten in Gifhorn zuständig.

Hybridsysteme, also kombiniert fossil-elektrische Antriebe, baut Conti schon seit 2003 in Serie, als erster europäischer Zulieferer überhaupt. Unter anderem stammt das weltweit erste serienreife Lithium-Ionen-Batteriesystem für Hybridantrieb von Conti.

Die Teilnehmer des Innovationskreises waren angetan. „Wir bekommen hier einen hervorragenden Einblick in die Praxis unserer Kunden“, sagt Uwe Krismann, der technische Geschäftsführer des Autozulieferers Hubert Stüken aus Rinteln. „Das ist für unsere weitere Zusammenarbeit sehr wertvoll.“ Und Stephan Prigge, Leiter Projektvertrieb des Hannoveraner Unternehmens nass mag­net, ergänzt: „Wir befinden uns in der Autozuliefer-Indus­trie in einer Situation, in der es gut wäre, mehr miteinander zu kooperieren. Diese Veranstaltungen können dazu beitragen.“

Der Innovationskreis Automobilzulieferer, mit hochkarätigen Vertretern aus der Metall- und Elektro- sowie der Kautschuk-Industrie, trifft sich dreimal im Jahr in Betrieben und Forschungseinrichtungen zum Austausch über technische Entwicklungen, Branchentrends und Verbesserungspotenziale.

Organisiert und begleitet wird das von den Arbeitgeberverbänden NiedersachsenMetall und ADK sowie der Industrie- und ­Handelskammer Hannover.

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