Menschen

Ein bunter Job


Mittendrin: Gisela Heinemann lässt Ciara und ihre kleinen Freunde mit Fingerfarben spielen. Foto: Bodmer

Gisela Heinemann ist Erzieherin in der „Iwis-Kinderkette“

München. Die Finger mittenrein: Begeistert tunkt die kleine Ciara ihre Hände in die Farbteller auf dem Tisch. Gisela Heinemann macht es nichts aus, wenn dabei ein Klecks auf das T-Shirt spritzt. Die 53-jährige Erzieherin mag ihren farbenfrohen Arbeitsplatz. Sie leitet die „Kinderkette“. So heißt die Tagesstätte von Iwis, dem Hersteller von Präzisionsketten für Motoren in München-Obersendling.

„Ein zweites Zuhause für die Kleinen“

Heinemann macht den Job seit fast 20 Jahren und hat schon viele Kinder von Iwis-Mitarbeitern beim Größerwerden begleitet.

Wie Hugo mit der roten Mütze, der draußen im Sandkasten sitzt. Er kam mit neun Monaten in die Krippe. Jetzt ist er ein Vorschulkind. Heinemann: „Da merkt man erst, wie die Zeit vergeht.“ Bestes Beispiel dafür ist Christian. Der Iwis-Mitarbeiter geht gerade über den Firmenhof und winkt. Einst startete er als Dreijähriger in der Kinderkette – vor zwei Jahren hat er ausgelernt.

„Für die Kleinen ist die Kita ein zweites Zuhause, die wollen gar nicht mehr heim“, erzählt die Erzieherin. Rund 30 Mädchen und Jungen verbringen hier den Tag. Die Jüngsten sind ein knappes Jahr alt. Von 7 bis 17 Uhr ist geöffnet, auch in den Schulferien und wenn nötig samstags.

Heinemann ist früh auf den Beinen, damit sie morgens viel Zeit für die Kinder hat. Später übernehmen dann ihre Kolleginnen, und sie erledigt die Schreibarbeit. Nach dem Essen zeigt sie das Zähneputzen mit „Oskar“, dem Plastik-Riesengebiss. Dann liest sie vor. Die Lieblingsgeschichte der Kinder ist die vom Kasperl, der zum Zahnarzt muss.

Die Kleinen findet Heinemann einfach goldig. „Kinder sind meine Medizin“, erzählt sie. „Ich bin auch gern draußen“, sagt die Kita-Chefin fröhlich, als sie später das große Schwungtuch im Garten hoch in die Luft wirbelt. Valentin und Moritz sausen drunter durch.

Heinemanns liebster Arbeitstag ist immer der Ausflug zum Oktoberfest. Auf der Fahrt zur Wiesn müssen aber alle parieren. „Sicherheit geht vor“, so die Erzieherin. Sie passt auf, dass in der U-Bahn kein Kind aus der Reihe tanzt. Die Jüngsten kommen an die Hand.

In der Kita fürs Leben lernen

Weil der Kindergarten an den Betrieb angegliedert ist, fällt vieles leichter. Die Erzieherin hat gute Kontakte in die Firma. Wenn ihr Computer nicht läuft, ruft sie die IT-Abteilung an.

Die Iwis-Azubis spannen im Sommer das Sonnensegel auf oder reparieren die Tretroller der Kinder. Und die Kantine liefert das Mittagessen, das kindgerecht zubereitet wird. Heinemann bastelt auch gern. Viele Winkel in dem gemütlichen Haus auf dem Firmengelände hat die Leiterin zusammen mit den Kindern verschönert. Zu ihren Ideen zählen auch die bunten Pappbriefkästen im Gang. „Da kommen Bilder und Elternbriefe rein“, erklärt sie.

Die Chefin ist sich ihrer Verantwortung als Erzieherin bewusst: „In der Kita wird der Grundstein fürs Leben gelegt.“ Etwa mit der Sprache. Viele ihrer Schützlinge haben ausländische Wurzeln. „Die Kleinen kommen zum Glück früh zu uns“, sagt sie. „Am Ende sprechen sie alle gut Deutsch.“

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich bin gerne mit Kindern zusammen, mein ursprünglicher Beruf ist Grundschullehrerin. Dann ergab sich die Chance, in der Kindertagesstätte von Iwis einzusteigen.

Was reizt Sie am meisten?

Kinder halten einen jung. Wir lachen hier viel. Am liebsten wäre ich den ganzen Tag mit den Kleinen im Garten. Doch die Büroarbeit muss auch erledigt werden. Zum Glück bekommt man mit der Zeit Routine.

Worauf kommt es an?

Als Erzieherin muss man streng sein, aber auch Spaß verstehen. Streitigkeiten löse ich oft spielerisch. Aber an die Regeln müssen sich alle halten.

 

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