Maschinenbau

Effizienz ist alles


Wie eine Innovation bei einer Abfüllanlage 75 Prozent Energie spart

Bruchsal/Wien. Energie sparen: Maschinenbauer aus Baden-Württemberg wissen, wie das geht. Das Unternehmen SEW Eurodrive aus Bruchsal hat gemeinsam mit Coca-Cola HBC Austria in Wien eine Abfüll-Anlage modernisiert. Der Getränke-Hersteller spart damit, einige flankierende Maßnahmen mitgerechnet, 75 Prozent Energie.

Die Bilanz für die Umwelt: Der jährliche Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid sinkt um 41.300 Kilogramm – so viel, wie 25 Mittelklasse-Wagen produzieren, wenn sie jeweils 13.000 Kilometer zurücklegen. Um diese Menge aus der Atmosphäre herauszuholen und zu binden, braucht man 38.000 Quadratmeter Wald.

Das Geheimnis steckt in 40 Geräten

Die Anlage in Wien füllt Coca-Cola, Fanta und Sprite in 0,3- bis 2,5-Liter-PET-Flaschen ab. Diese werden dann auf zwei parallel verlaufenden, je 100 Meter langen Bändern automatisch verschlossen, etikettiert, verpackt und auf Paletten gestapelt. Diesen Bereich hat SEW erneuert.

Das Geheimnis der neuen Anlage sind 40 Geräte namens „Movigear“. SEW-Branchenmanager Tobias Nittel erklärt: „Wir haben die Komponenten Elektronik, Getriebe und Motor zu einem hocheffizienten System verschmolzen.“

Die neuen Antriebselemente sind auf Dauerlast ausgelegt – statt wie bisher auf die zwei- bis dreimal höhere Anlauflast, die nur selten benötigt wird. Um den Fortschritt zu verdeutlichen, vergleicht Nittel die Abfüll-Anlage mit einem Auto: „Das ist jetzt wie konstant 130 fahren statt mit Bleifuß im Stop-and-go.“ Die modernisierte Abfüll-Anlage schafft pro Stunde 36.000 1,5-Liter-Flaschen – und das ohne große Hektik.

Die Kunden von SEW wollen vor allem in auftragsschwachen Zeiten sparen, wo es geht. Branchenexperte Nittel weiß: Beim Kauf einer neuen Anlage sind die Folgekosten wichtiger als die Anschaffungskosten. Daher sorgen Sparlösungen wie das „Movigear“ auch dafür, dass der Antriebsspezialist die Krise mit einem blauen Auge überstanden hat.

Das System macht Karriere

Im vergangenen Jahr war der Umsatz um ein Fünftel auf rund 1,6 Milliarden Euro gesunken. Elf Monate lang waren etliche der 4.000 in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter in Kurzarbeit. Doch inzwischen zieht das Geschäft wieder an: Seit März arbeiten alle wieder voll.

SEW Eurodrive entwickelt und produziert Motoren und Getriebe sowie ganze Antriebssysteme für viele Einsatzbereiche, darunter die Auto-Industrie und die Logistik-Branche. Von dem neuen mechatronischen Antriebssystem verspricht sich Nittel noch einiges: „Es passt zu allen horizontal oder ansteigend verlaufenden Transportbändern“, erklärt er. „Zum Beispiel auch zum Koffer-Transport am Flughafen.“

Da ginge es dann nicht um 40, sondern eher um 1.000 Antriebselemente.

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