Teurer Ökostrom

EEG-Umlage: Nur 75 von 1.200 Texilbetrieben profitieren von Rabatten

Verbraucht viel Strom: Zwirnanlage in der Produktion von Hitzeschutz-Textilien. Foto: Roth

Berlin. Durch die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ändert sich für die meisten Textiler nichts. „Das Schlimmste ist zwar verhindert worden. Nach wie vor zahlen aber mehr als 90 Prozent aller Textilunternehmen die viel zu hohe volle Umlage“, so Michael Engelhardt, Energie-Experte beim Gesamtverband Textil + Mode.

Die Pläne der EU-Kommission, Rabatte für stromintensive Betriebe zu streichen, sind zwar vom Tisch. Doch der Kreis der Begünstigten fällt bald kleiner aus.

Tatsächlich können nur 75 der 1.200 Textilunternehmen in Deutschland die Rabatte nutzen. Engelhardt: „Deshalb bleibt für uns der Strompreis ein heißes Thema.“ Seit 2008 ist er für die Industrie hierzulande laut dem Europäischen Statistikamt von im Schnitt 8,6 Cent pro Kilowattstunde auf heute über 10 Cent gestiegen. Betriebe in Frankreich zahlen gerade mal 6 Cent.

Der Unterschied macht den Unternehmen zu schaffen. „Wir büßen damit Wettbewerbsfähigkeit ein“, so Engelhardt. Folge: Investitionen würden ins günstigere Ausland verlagert – nach Polen, in die Slowakei oder in die USA. Das wirke sich langfristig etwa auf die Herstellung von technischen Textilien aus. Mit ihnen sind deutsche Unternehmen weltweit führend – sie werden zum größten Teil in Deutschland produziert.

Engelhardt: „Damit das so bleibt, brauchen wir ähnliche Strompreise wie unsere Konkurrenz.“

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