Globalisierung

Dynamik für die Welt


Die Firma Stemmann-Technik liefert für viele Wunderwerke zu – etwa für Chinas Rekord-Zug

Schüttorf. Eine Live-Sendung im chinesischen Fernsehen, die Kommentatorin überschlägt sich vor Begeisterung. Mit 486 Kilometern in der Stunde rast ein Zug auf der neuen Bahn-Strecke zwischen Peking und Schanghai. Für Serienzüge Weltrekord!

Erheblich dazu beigetragen haben Stromabnehmer aus Deutschland. Genauer: Aus Schüttorf, einer 12.000-Einwohner-Stadt im äußersten Südwesten Niedersachsens.

Marktführer in Deutschland

Das Technik-Highlight vom Dezember 2010 ist ein Paradebeispiel dafür, was deutsche Mittelständler in der Welt bewegen. „Wir bringen Energie und Daten zu mobilen Verbrauchern – und zwar auf allen Kontinenten“, skizziert Michael Grunwald, der Geschäftsführer der  Stemmann-Technik GmbH, das Selbstverständnis seiner Firma.

1912 gegründet, setzt sie dieses Jahr mit 470 Mitarbeitern 80 Millionen Euro um. Und die sechssprachige Website www.stemmann.de lässt es ahnen: Dies ist einer der weltweit führenden Hersteller in seinem Bereich. Stemmann hat 38 Auslandsvertretungen, von den USA bis nach Australien. Als Lieferant von Komponenten und Systemen für die Industrie- und Verkehrstechnik ist das Unternehmen überall dort aktiv, wo sich Maschinen oder Fahrzeuge bewegen oder drehen.

Beispiel Schiene: Ob für Straßenbahnen, U-Bahnen oder eben Superschnellzüge – die Dachstromabnehmer aus Schüttorf sind überall im Einsatz. „Wir haben allein von unserer DSA-Baureihe seit 1998 etwa 15.000 Stück verkauft“, erzählt Geschäftsführer Grunwald. Das bedeutet: Weltweit fahren 7.500 Züge mit diesem Equipment aus Schüttorf.

Beim kanadischen Bahn-Hersteller Bombardier hat Stemmann den Status des „Preferred Supplier“ (bevorzugter Lieferant), und beim französischen Konzern Alstom ist man „Leading Partner“ (führender Partner). In Deutschland hat Stemmann-Technik etwa bei Straßenbahnen einen Marktanteil von 90 Prozent.

Fluktuation ist ein Fremdwort

Auch in den großen Containerhäfen dieser Welt ist das Unternehmen zu Hause. Leitungstrommeln aus Schüttorf sorgen dafür, dass etwa Kräne am Containerterminal Hamburg-Altenwerder mit Energie versorgt werden. Auch der in Wilhelmshaven entstehende Jade-Weser-Port wird mit chinesischen Containerbrücken ausgerüstet, deren Kabeltrommeln aus Schüttorf stammen.

Weitere Einsatzgebiete liegen im Bergbau und in der Ölförderung, in der Getränke- und Textil-Industrie, bei Theatertechnik und Karussels, bei Windkraft-Anlagen – und bei Tunnelbohrmaschinen. Auch beim Bau des längsten Eisenbahntunnels der Welt, des 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnels in der Schweiz, war Stemmann-Technik schon mit dabei.

Stemmann beschäftigt mehr als 50 Ingenieure – und setzt auch in Produktion und Verwaltung auf qualifizierte Fachkräfte. Die Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen in der Regel treu, Fluktuation ist ein Fremdwort. Bestes Beispiel ist der Chef. Vor 37 Jahren hat Grunwald hier im Unternehmen seine Lehre gemacht.


 

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