Innovation

Doppel-Einsatz


Extra wendiges Löschfahrzeug mit zwei Fahrerhäusern

Passau/München. Ein Tunnel, der zur Todesfalle wird. Das ist der Albtraum jedes Reisenden. Unglücke wie im französisch-italienischen Mont-Blanc-Tunnel schüren diese Angst: Im März 1999 fing dort ein Lastwagen Feuer. 42 Menschen starben in dem Inferno.

Mit Knopfdruck die Richtung ändern

Bei derartigen Katastrophen kann Hightech helfen, Brandherde schnell zu bekämpfen. Der Münchner LastwagenHersteller MAN hat ein umgebautes Fahrgestell mit lenkbarem Allradantrieb und der AutomobilZulieferer ZF die Antriebstechnik für ein besonderes Feuerwehrauto geliefert: Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein Konstruktionsfehler, denn es hat zwei Fahrerhäuser.

Damit lässt es sich vorn und hinten steuern: Wenn’s brenzlig wird, kann der eine Feuerwehrmann am Steuer mit Knopfdruck die Richtung ändern – und die Lenkung an seinen Kollegen in der anderen Fahrerkabine abgeben. Was das Team dem rettenden Tunnelausgang hoffentlich schneller näher bringt.

Das Fahrzeug macht aber auch extreme Kurven und Schrägfahrten mit und ermöglicht das Wenden auf engem Raum. Ein Gefährt mit vergleichbarem Spezialgetriebe hat MAN für den Mont-Blanc-Tunnel geliefert. Es ist seit 2005 dort stationiert.

„Wir können mit unserer bewährten Getriebetechnologie für Baumaschinen auch diese Speziallösungen realisieren“, erklärt der Leiter des Geschäftsfelds Baumaschinen-Systeme von ZF Passau, Hermann Beck. „Ähnliche Technologie in Serie steckt in überdimensionalen Mulden-Kippern, die in Steinbrüchen oder im Erztagebau im Einsatz sind.“

Ausgestattet wird das Doppelkopf-Fahrzeug vom österreichischen Aufbau-Hersteller Empl. Weil das aktuelle Modell an die Feuerwehr Schanghai geliefert wird, heißt es unter Empl-Mitarbeitern nur „der zweiköpfige Drache“. Ein ähnliches Fahrzeug ist in der chinesischen Metropole bereits seit Juni im Dienst.

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