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Zusätzlicher Lehrstoff in elf Metall- und Elektro-Berufen

Digitalisierung: Industrie-Ausbildung wird jetzt noch moderner

Roboter hier, Algorithmen da – die Produktion wird immer digitaler. Für die Arbeit in der Industrie 4.0 ist zusätzliches Grundwissen wichtig. Ab August 2018 wird es in elf Metall- und Elektroberufen verbindlich vermittelt.

Fit für die Industrie 4.0: Die „Digitalisierung der Arbeit“ gehört künftig zum Pflichtprogramm. Foto: Adobe Stock

Fit für die Industrie 4.0: Die „Digitalisierung der Arbeit“ gehört künftig zum Pflichtprogramm. Foto: Adobe Stock

Berlin. „Die Metall- und Elektro-Industrie wird ihrer Leitfunktion in Sachen Digitalisierung und Vernetzung gerecht.“ Das betonte kürzlich das Bundeswirtschaftsministerium, als es die gestiegenen Anforderungen für elf Ausbildungsberufe in Kraft setzte. Die neuen Regeln sind vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall, der Gewerkschaft IG Metall, den Industrieverbänden VDMA und ZVEI sowie den zuständigen Ministerien und Behörden sehr zügig erarbeitet worden. Sie gelten ab 1. August 2018 – teilweise sogar rückwirkend.

Es geht auch um Datenschutz und Informationssicherheit

Damit gibt es nun verbindliche Vorgaben für wichtige Herausforderungen in Zeiten der Industrie 4.0: „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz, Informationssicherheit“ – diese Themen sind ab sofort verbindlicher Inhalt der Ausbildung in allen industriellen Metall- und Elektroberufen.

„Allein 2017 haben mehr als 43.000 Menschen ihre Ausbildung in einem dieser Berufe begonnen“, sagt Sven-Uwe Räß, Abteilungsleiter Berufsbildung bei Gesamtmetall. „Mehr als ein Viertel von ihnen lernt Industriemechaniker.“ Ebenfalls sehr beliebt: Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Zerspanungsmechaniker.

Optionale Zusatzqualifikationen für leistungsstarke Azubis

Ganz neu im Ausbildungsprogramm sind „optionale Zusatzqualifikationen“ in Bereichen wie Digitale Vernetzung, Prozessintegration oder „Additive Fertigungsverfahren“ (im Volksmund: 3-D-Druck). Wer die Letztere geschafft hat, der kann zum Beispiel „für digitale 3-D-Modelle parametrische Datensätze entwickeln“.

So eine Zusatzqualifikation soll innerhalb von etwa acht Wochen vermittelt werden. Ob das extra Gelernte sitzt, zeigt dann ein Fachgespräch bei der Abschlussprüfung.

Auch wer seine Ausbildung schon 2016 oder 2017 begonnen hat, kann sich laut Räß noch eine Zusatzqualifikation vornehmen, wenn der Ausbildungsbetrieb sie anbietet. Die Lehrzeit wird dadurch nicht länger! „Ein sehr guter Azubi kann vielleicht zwei Zusatzqualifikationen schaffen“, so Räß, „eine sollte für viele machbar sein. Aber man muss wissen, dass das eine freiwillige Sache ist – für beide Seiten. Nicht jeder Betrieb kann da sofort etwas im Programm haben.“

Übrigens: Eine behutsame Überarbeitung der vier IT-Berufe, zu denen vor allem auch der Fachinformatiker zählt, wird ebenfalls schon in diesem Sommer wirksam. Die grundlegende Neuordnung der vier IT-Berufe soll dann bis 2020 erledigt sein.


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