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Weiterbildung

Dieses Unternehmen macht ganz normale Mitarbeiter zu Trainern


Hardheim. Es ist laut in dieser Halle, an den Arbeitsplätzen fliegen Funken. Schweißer Christian Brosch tippt seinem Vorgesetzten auf die Schulter. Er will mit ihm besprechen, wie man die Abläufe verbessern kann. Das gehört zu seinen Aufgaben, seit ihn sein Arbeitgeber zum internen Trainer ausgebildet hat.

Mit einem Aufruf fing alles an

In der Maschinenfabrik G. Eirich in Hardheim (Odenwald) arbeiten über 700 Leute. Sie ist Weltmarktführer für Mischmaschinen, die in der Industrie gebraucht werden, etwa bei der Produktion von Baustoffen und Keramik.

Neben Schweißer Brosch haben 33 weitere Kollegen den Titel „interner IMS-Trainer“. IMS steht für Integriertes Managementsystem. Die Trainer treiben die Prozess-Entwicklung in ihren Bereichen voran. Sie helfen dabei, Verbesserungsmöglichkeiten umzusetzen und schulen ihre Kollegen.

Diese Weiterbildungsoffensive soll jeden Mitarbeiter erreichen und ist die Grundlage zur Einführung eines Integrierten Managementsystems. Siegfried Englert, Leiter der Managementsysteme, sagt: „Wir wollen nicht, dass ein Fremder in einem weißen Kittel durch unsere Firma läuft und den Leuten etwas über Qualitätsmanagement erzählt.“ Er lacht. „Unsere Prozesse kennen wir ja selbst am besten.“

Vor zwei Jahren fing alles an, mit einem Aufruf: Wer kann sich vorstellen, interner Trainer zu werden? Katharina Stetter aus dem Bereich Personalentwicklung sagt: „Wir haben bewusst die ganze Belegschaft angesprochen.“

Brosch hatte sofort Interesse an diesem Angebot. In seiner Abteilung entstehen Teile für das Mischwerkzeug der Maschinen, das höchsten Belastungen standhalten muss. Um eine noch bessere und einheitliche Qualität zu erreichen, hat Brosch einen Plan: „Zuerst soll jeder genau dokumentieren, wie er selbst arbeitet“, beschreibt er sein Konzept. „Das kann man dann vergleichen und einheitliche Standards festsetzen.“

Trainer dürfen auch mal anecken

Bis zu 130 Stunden Schulungen haben die Trainer hinter sich, und eine IHK-Prüfung. Jetzt wissen sie, dass zum „Qualitätsmanagement“ mehr gehört, als fehlerfreie Teile zu produzieren, warum ein Unternehmen ein „Risikomanagement“ braucht und wie die einzelnen Systeme zusammenwirken. Und sie sind fit dafür, ihr Wissen an die Kollegen weiterzugeben.

Der Betriebsrat ist stolz auf das Projekt, das mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Vorsitzender Markus Weniger: „Darin spiegelt sich die Unternehmensphilosophie, eigene Mitarbeiter weiterzubilden statt neue zu suchen.“

Was, wenn Trainer Brosch mit Ideen mal aneckt? Das darf ruhig so sein, sind sich sogar die obersten Chefs einig. Ralf Rohmann, einer der Geschäftsführer, sagt: „Reibung erzeugt Wärme und bringt uns nur voran!“

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