„Jugend forscht“

Dieser Nachwuchs hat Zukunft


Das große Finale in Bremerhaven

Bremerhaven. Hollywood-Stimmung in der Stadthalle: Wie bei der Oscar-Verleihung wurden auch beim Bundesfinale des 43. Wettbewerbs „Jugend forscht“ die Siegernamen in verschlossenen Umschlägen auf die Bühne gebracht. Aber nicht nur das obligate „And the winner is“ erinnerte an die Filmgala: Auch in der Seestadt gaben sich Prominente aus Politik, Wirtschaft und Medien ein Stelldichein.

Zu den Gästen gehörten Bundesforschungsministerin Annette Schavan, Stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen. Im Mittelpunkt aber standen die Jugendlichen. 190 Nachwuchsforscher, darunter 41 Mädchen, präsentierten ihre Arbeiten in sieben Fachgebieten.

Großzügiges Sponsoring

Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs war das Bundesland Bremen Gastgeber des Finales. Möglich wurde das durch das Sponsoring  der Unternehmensverbände im Lande Bremen. Sichtlich froh zeigte sich dann auch deren Präsident Ingo Kramer vor den rund 1.200 Besuchern in der rappelvollen Halle. „Die Unternehmer des Landes stehen voll hinter diesem Wettbewerb“, bekräftigte er. „Die Begeisterungsfähigkeit und der Forscherdrang der Jugendlichen haben mich überzeugt.“ 

Der Reigen der Projekte reichte von der Entwicklung eines Gewinde-Schneiders für schwer zugängliche Ecken über leuchtende Enzyme bis hin zur Aufzeichnung gerade noch erfassbarer Urknallsignale.

Mit einem zweiten Platz für Jan Hillebrand und Rasmus Rothe im Fachgebiet Arbeitswelt und drei Sonderpreisen können auch die Bremer zufrieden sein. Die 18-jährigen Schüler vom Schulzentrum Bördestraße entwickelten ein Gerät zum automatischen Stimmen von Gitarren. Dafür gab es neben dem zweiten Platz noch einen Sonderpreis von 1.000 Euro, gestiftet vom Bundesarbeitsministerium.

Anika Wranke (18) vom Bremerhavener Lloyd Gymnasium darf für ihre Forschungen auf dem Gebiet des Stoffwechsels in Kieselalgen zum Internationalen Wasserinstitut nach Stockholm fahren.

Ebenfalls aufs Lloyd Gymnasium geht Jan-Niclaas Behrends (16). Er untersuchte das westantarktische Eisschild. Er fand heraus, wie sich die Temperaturen dort während der letzten 10.000 Jahre verändert haben. Dafür erhielt er eine Einladung in ein Forschercamp nach West Virginia, USA.

Vermarktung ist geplant

In die Vereinigten Staaten reisen auch Henrik Rasmus Thomsen (16) und Burhan Senyener (16). Sie erhielten den Preis der Unternehmensverbände und sechs Bremer Co-Sponsoren. „Wir fahren an die Ostküste nach Rhode Island“, freut sich Thomsen.

Die cleveren 16-Jährigen bauten eine Anlage, die sie „Ozeandächer“ nennen. Sie kann mit Hilfe von Algen Feinstaub und Kohlendioxid aus den Heizungsabgasen privater Haushalte herausfiltern. „Bis zu 30 Prozent CO2 und 10 Prozent Feinstaub wandelt die Erfindung in Biomasse um“, sagen die Schüler. Die Juroren waren von dieser Idee begeistert. „Und wir haben vor, sie bald zu vermarkten. Da gibt es bestimmt einige Interessenten.“

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