Die Gefahr stets im Blick

Dieser Manager sorgt beim Laborzulieferer Sartorius für sichere Auslandseinsätze

Ob Zika-Epidemie in Brasilien, Proteste in der Türkei oder Pilotenstreik – die Arbeit von Marco Senhen ist komplizierter geworden. Der Manager organisiert beim Pharma- und Laborzulieferer Sartorius die Reisen von Mitarbeitern.

Kühler Kopf: Marco Senhen und sein Team finden fast immer eine Lösung. Foto: Werk

Kühler Kopf: Marco Senhen und sein Team finden fast immer eine Lösung. Foto: Werk

Pilotenstreik bei der Lufthansa: Jetzt sind alternative Flugverbindungen gefragt. Foto: Imago

Pilotenstreik bei der Lufthansa: Jetzt sind alternative Flugverbindungen gefragt. Foto: Imago

Analysenwaage: Sartorius vertreibt sie in 110 Ländern. Foto: Werk

Analysenwaage: Sartorius vertreibt sie in 110 Ländern. Foto: Werk

Proteste in der Türkei: Ein Meeting des Vertriebs erschien dort zu gefährlich. Foto: dpa

Proteste in der Türkei: Ein Meeting des Vertriebs erschien dort zu gefährlich. Foto: dpa

Göttingen. In Zeiten wie diesen hat Marco Senhen noch mehr zu tun als sonst. Terroranschläge in Frankreich oder Krieg in Syrien: Die Krisen dieser Welt verändern nicht nur das politische Klima, sie beeinflussen auch die Geschäfte deutscher Unternehmen – zum Beispiel von Sartorius in Göttingen. Der Pharma- und Laborzulieferer betreibt aktuell etwa 50 Standorte in 30 Ländern. Kriegsgebiete wie der Irak oder Afghanistan finden sich zwar nicht darunter, wohl aber Tunesien.

„Wegen der politischen Unsicherheit dort schicken wir zum Beispiel seit gut zwei Jahren keine Mitarbeiter zu unserem Standort Mohamdia – rein aus Vorsichtsgründen“, sagt Senhen. Als Director Corporate Purchasing managt er bei Sartorius den gesamten indirekten Einkauf – und damit auch die Organisation von Reisen. Senhens höchste Priorität ist dabei die Sicherheit der Mitarbeiter. So ließ die Vertriebsleitung im vergangenen Jahr ein Vertriebsmeeting in der von Terroranschlägen geplagten Türkei absagen. Die Begründung: zu gefährlich.

Doch nicht nur Krieg und Terror machen die Arbeit der Service-Stelle Travelmanagement komplizierter. Auch Epidemien wie die durch das Zika-Virus in Brasilien oder ein Pilotenstreik in Deutschland müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Zunehmender Kostendruck lässt gleichzeitig die Budgets schrumpfen. Und überhaupt: Welche Geschäftsreisen sind wirklich wichtig? Wie lässt sich die unproduktive Reisezeit hoch bezahlter Führungskräfte sinnvoll nutzen? Oder kann man im Zeitalter von Videokonferenzen Geschäftsreisen komplett einsparen?

Wie es richtig gemacht wird, zeigen viele Großkonzerne, aber ebenso Mittelständler wie Sartorius. Das börsennotierte Unternehmen beschäftigt 7.000 Mitarbeiter und hat 2016 mit Anlagen zur Herstellung von Biopharma-Medikamenten, mit Laborinstrumenten sowie -materialien 1,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

Und Sartorius ist auf allen Kontinenten vertreten. Mit jedem zusätzlichen Standort wird die Organisation des Konzerns komplexer. Das macht sich selbstverständlich auch bei Reisen bemerkbar. Deshalb hat man bei Sartorius auf die zunehmende Internationalisierung bereits vor zehn Jahren mit dem Aufbau eines professionellen Managements für Geschäftsreisen reagiert. Dazu gehören gut geschulte Mitarbeiter, ein schneller, tatkräftiger Service sowie adäquate Strukturen.

„Unser Geschäfts-Reisebüro nimmt dem Reisenden alle notwendigen Formalitäten ab. Der Einzelne braucht sich um nichts mehr kümmern“, erklärt Manager Senhen. „Wir überprüfen regelmäßig die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und anderer Institutionen, um unsere Mitarbeiter keinen Gefahren auszusetzen.“

Persönlicher Kontakt oft wichtig fürs Geschäft

Beschäftigte des Göttinger Konzerns, die dennoch in problematische Staaten reisen müssen, erhalten zuvor eine detaillierte Beratung, wie sie sich vor Ort am besten verhalten. „Die Erwartung der Kollegen ist heute zudem, dass sie auf Reisen immer online sein können, auch um Warte- und Reisezeiten sinnvoll nutzen zu können“, schildert der Reiseexperte. „Das gewährleisten wir über Smartphones, Tablets und entsprechende Apps.“

Dass Geschäftsreisen im Zeitalter von Videokonferenzen und Telefonieren via Skype über kurz oder lang aussterben, glaubt Director Corporate Purchasing Senhen aber nicht. „Videokonferenzen erleichtern die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg, aber sie ersetzen nicht den persönlichen Austausch.“

Was Fachkräfte bei Reisen stresst

  • Jedes Jahr befragt der Deutsche Reiseverband mehr als 100 Führungs- und Fachkräfte aus Unternehmen zu Geschäftsreisen.
  • Danach empfindet jeder Zweite lange Fahrzeiten, schlecht gewählte Unterkünfte und ungünstige Reiseverbindungen als stressig.
  • Die Hälfte der Befragten hat keinen festen Ansprechpartner, wenn unterwegs Probleme auftreten.
  • Aber für 81 Prozent der Fachkräfte macht Unterstützung bei Reisen einen Arbeitgeber attraktiv. Hilfreich ist da ein Geschäfts-Reisebüro.

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Sartorius Stedim Biotech GmbH

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Sartorius Stedim Biotech GmbH
August-Spindler-Straße 11
37079 Göttingen

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