Ausbildung

Diesen Jungs gehört die Zukunft!


Beim Formenbauer Robust Toolshop Germany ist jeder Fünfte ein Azubi

Esslingen. Im bundesdeutschen Durchschnitt haben Industrie-Betriebe eine Ausbildungsquote von 6,5 Prozent. Das heißt, sechs bis sieben von 100 Mitarbeitern sind Azubis. Da fällt die Firma Robust Toolshop Germany ganz schön aus der Reihe. Azubi-Quote 20 Prozent!

Erwin Butsch, der Geschäftsführer, hat dafür einen guten Grund: Er braucht Leute mit speziellen Qualifikationen. „Der Markt gibt die Fachkräfte nicht her“, sagt er.

Sein Unternehmen im schwäbischen Esslingen ist ein Formenbau-Betrieb mit 50 Mitarbeitern. Unter ihnen sind re­­­gel­mäßig zehn bis zwölf angehende Werkzeug-Mechaniker.

Auch die Übrigen haben fast alle im Unternehmen gelernt, und die meisten bleiben sehr lange. Butsch: „Gerade habe ich einen Kollegen verabschiedet, der 51 Jahre dabei war. Den hätte ich gerne weiterbeschäftigt.“

Für den Betrieb, der zur Robust-Grup­pe mit Sitz in Österreich gehört, ist die hohe Mitarbeiter-Bindung von Vorteil. Sie wirkt sich positiv aufs Know-how aus.

Früh in Projekte eingebunden

Robust Toolshop Germany stellt Formen her, mit denen Kunststoffteile im Spritz- oder Druckgussverfahren gefertigt werden. Diese Formen wiegen 200 Kilogramm bis 20 Tonnen. Im Prinzip gehe es darum, erklärt Butsch, „den Fertigungsprozess des Kunden kostengünstig auf das Werkzeug zu übertragen“. Die Kunst liegt beispielsweise darin, die Form so zu bauen, dass ein aus drei Komponenten bestehendes Teil in zwei Fertigungsstufen hergestellt werden kann.

Die Azubis lernen früh, worauf es beim Formenbau ankommt. Ab dem zweiten Lehrjahr arbeiten sie an Projekten mit. „Auf diese Weise werden sie schnell mit der Praxis vertraut“, sagt Ausbildungsleiter Norbert Neises. Etwa Marco Bendig (18), angehender Werkzeug-Mechaniker im dritten Lehrjahr. Er hat mit Jahrgangskollegen das Werkzeug für den Griffhebel einer Stihl-Heckenschere gefertigt.

Umsatz soll kräftig wachsen

„Das Werkzeug haben wir erst kürzlich ausgeliefert“, erzählt er stolz. „Ich finde es gut, dass wir solche Dinge machen dürfen.“ So lerne er am besten. Mit Begeisterung ist er auch beim Folge-Auftrag dabei: der Form für eine Rasenmäher-Abdeckung.

Die Robust-Lehrlinge erwartet ein relativ sicherer Arbeitsplatz. Formen sind auch in der Krise gefragt, die Belegschaft hat gut zu tun, und der Betrieb will wachsen: Der Umsatz soll in den nächsten Jahren von 6 auf 8 Millionen Euro steigen – dafür braucht die Firma genug Nachwuchs-Fachkräfte.     

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