Schokolade aus dem Drucker, Bier per Software-Steuerung & Co.

Diese innovativen Techniken sind in der Nahrungsmittel-Industrie gefragt

Software der fränkischen Firma Proleit macht die Produktion von Getränken und anderen Lebensmitteln schneller, effizienter und sicherer. Und beim Unternehmen Print2Taste spritzt man Schokolade mit dem Drucker.

Alles im Blick: Steuerung von Anlagen in der Getränke-Industrie. Foto: Proleit

Alles im Blick: Steuerung von Anlagen in der Getränke-Industrie. Foto: Proleit

Gedruckt statt gespritzt: Individuelle Formen aus Schokolade. Foto: Bocusini/Print2taste

Gedruckt statt gespritzt: Individuelle Formen aus Schokolade. Foto: Bocusini/Print2taste

Herzogenaurach/Freising. Wir wollen wissen, was im Essen steckt, es soll schmecken und dazu noch günstig sein. Die Ansprüche von uns Verbrauchern sind legitim. Doch sie stellen die Nahrungsmittel-Industrie vor wachsende Herausforderungen. Immer mehr Lebensmittelfirmen beginnen daher mit der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie, auch mithilfe von Technik aus Bayern.

So bietet das Unternehmen Proleit aus dem fränkischen Herzogenaurach Software-Lösungen zur datengestützten Steuerung und Automatisierung in dieser Branche. Ob Bier, Saft, Mineralwasser, Joghurt oder Brot: Überall helfen die erhobenen Daten, Abläufe in den Betrieben schneller, effizienter sowie möglichst reibungslos und sicher zu gestalten.

Die Systeme schützen Flaschen auch vor Frost

Die Prozessleitsysteme des Mittelständlers sind in rund 1.600 Betrieben in mehr als 100 Ländern im Einsatz, von China bis Brasilien. Dort unterstützt die Software die Mitarbeiter in der immer komplexer werdenden Anlagenführung.

Das Datensammeln beginnt schon bei der Warenannahme und endet mit der Erfassung der fertigen Produkte auf Paletten. So lässt sich genau kontrollieren, was in eine Anlage hinein- und hinausgeht. In der Brauerei etwa wird die Qualität des Hopfens gemessen, in der Molkerei der Fettgehalt der Milch. Die Rezepturen werden in der Datenbank hinterlegt und lassen sich mit ein paar Klicks verändern. So kann ein Hersteller schnell auf Anforderungen am Markt reagieren.

Während der Verarbeitung wird genau überwacht, was bei jedem Schritt mit den Zutaten geschieht. Sämtliche prozessabhängigen Informationen werden gesammelt und ermöglichen so die lückenlose Rückverfolgung der Chargen. Die Getränketanks werden nach einem ausgeklügelten System befüllt, um Leerstand zu vermeiden, der zusätzliche Reinigung erfordert. Weil jeder Stillstand der Anlage darüber hinaus Geld kostet, werden selbst kleinste Fehlfunktionen genau analysiert und behoben – wiederum mithilfe der Auswertung von Daten.

Und die ist auch dafür gut: Wird das Wetter automatisiert mit einbezogen, kann bei Frostgefahr etwa Glasbruch beim Leergut in der Flaschenwaschmaschine verhindert werden. „Insgesamt brauchen wir noch mehr vorausschauende Analyse“, sagt Heinrich Junker, bei Proleit verantwortlich für das Geschäftsfeld Brauereien und alkoholische Getränke. Die nötigen Daten seien im System der Kunden meist vorhanden, man müsse sie nur nutzen.

Übrigens: Nicht nur Software, auch neue Maschinen helfen, die Lebensmittelfertigung zu revolutionieren. So lassen sich etwa pürierte Zutaten mithilfe von 3-D-Druckern in appetitliche Form bringen. Eine echte Erleichterung für Senioren oder Kranke, die aufgrund von Schluckbeschwerden keine feste Kost essen dürfen.

Schnelle Konditor-Lösungen bietet darüber hinaus der 3-D-Drucker des Freisinger Start-ups Print2Taste für individuell gefertigte Verzierungen aus Schokolade oder Marzipan.


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Der Einsatz digitaler Technnik verändert die Erzeugung von Lebensmitteln und unsere Ernährung. Diesen Trend sieht der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft. Beispiel: Der „plantCube“ des Münchner Start-ups Agrilution.

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