Impfstoffe

Diese Firma macht den Fuchs zum Freund


IDT Biologika sorgt für Gesundheit bei Mensch und Tier

Dessau. Eigentlich ist er ja niedlich, der kleine rote Kerl. Doch halt! Nicht streicheln, Tollwutgefahr! So haben wir es im Kopf, seit wir denken können. Doch seit Anfang des Jahres ist alles anders. Beißen kann der Fuchs schon noch – aber „Deutschland ist tollwutfrei“, gaben Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts im brandenburgischen Wusterhausen bekannt. Die Tiere sind bundesweit gegen Tollwut, eine auch für Menschen tödliche Viruskrankheit, immunisiert. Mit einer Schluck-Impfung von IDT Biologika aus Dessau in Sachsen-Anhalt.

Die Firma produziert sogenannte Biologika: auf biotechnologischem Wege hergestellte Impfstoffe und Pharmazeutika. „Der Markt für diese Produkte wächst sehr schnell“, sagt Heinz Hofmann, einer von zwei Geschäftsführern.

„Kompetenz der Mitarbeiter“

Deshalb ist das Potenzial und Fachwissen der rund 700 Mitarbeiter gefragt. „Stetes zweistelliges Wachstum mit Produktion am Wissensstandort Deutschland verlangt von uns sehr hohe Produktivität und außergewöhnliche Kompetenz der Mitarbeiter“, unterstreicht der Geschäftsführer Ralf Pfirmann. Das sind keine leeren Worte: IDT ist weltweit gefragter Partner bei der Entwicklung und Fertigung von Impfstoffen gegen verschiedenste Erreger. Von zuletzt 65 Millionen Euro Umsatz wird knapp die Hälfte im Geschäftsfeld Tiergesundheit erwirtschaftet, die andere Hälfte mit Pharmazeutika und Human-Impfstoffen.

Für die Tierarztpraxis entwickelt und fertigt IDT Impfstoffe gegen viele weitere Krankheiten, vertreibt zudem Arzneimittel, Pflege- und Nahrungsergänzungsmittel für Nutz- und Haustiere. Einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit von Tieren und mittelbar auch von Menschen leistet das Unternehmen mit Salmonellen-Impfstoffen für  Rind, Schwein und Geflügel. Komplexe Impfprogramme in zahlreichen Ländern helfen, diesen Zoonose-Erkrankungen zu Leibe zu rücken.

Für die Humanmedizin produziert IDT in Auftragsfertigung anspruchsvolle Biopharmazeutika. Langjährige Erfahrungen haben IDT auch hier  zu einem weltweit geschätzten Lieferanten für internationale Konzerne gemacht.

Zudem ist die Firma Spezialist für die Bearbeitung von neuen Impfstoffen. Bevor es hier in die großtechnische Produktion geht, werden Saatmaterial und klinische Prüfmuster erstellt. Dabei werden neue Technologien entwickelt, etwa für den Kampf gegen Aids, Malaria oder Tuberkulose.

Ein Roboter öffnet Eier

Der Weg zum Impfstoff ist aufwendig. So fertigt das Unternehmen Virusimpfstoffe mit zwei völlig verschiedenen Verfahren: Zum einen züchtet es Zelllinien in Bruteiern aus ausgewählten Zuchtbetrieben, zum anderen setzt es dafür in Flüssigstickstoff gelagerte Zelllinien ein.  In „Bioreaktoren“ werden diese dann rasant vermehrt. „Wir machen sie unschädlich und zerlegen sie mit Hilfe von Enzymen“, erklärt Mitarbeiterin Yvonne Heese. Nach komplizierter „Aufreinigung“ entsteht schließlich der fertige Impfstoff.

Seit 2007 bedient eine zweite, 24 Millionen Euro teure Fabrik die große Nachfrage nach Human-Impfstoffen. Gekürt mit dem internationalen „Facility of the Year Award“, besticht sie durch ihr organisatorisches Gesamtkonzept: Verschiedene virale Erreger können in einem Gebäude unter streng voneinander getrennten Bedingungen produziert werden. Ganzflächig verglaste Reinräume, Materialschleusen mit Glastüren und gläserne Verkehrsflächen ermöglichen Durchblicke durch das gesamte Gebäude. Zudem gibt es einen einzigartigen Laser-Roboter zum Öffnen von Brut-Eiern.

Uwe Rempe

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