Arbeitnehmer

Diese drei haben den Bogen raus


Beispiel Wilo: Was Frauen bewegt, ihren Weg in der Metall-Industrie zu gehen

Dortmund. Druck machen gehört beim Pumpenbauer Wilo in Dortmund für viele Mitarbeiter zum Job. Zwei Schläuche einer Apparatur an den beiden Enden einer Pumpe anschließen, das Gerät einschalten, los geht’s. Der Luftdruck steigt – bis auf zwei Bar, so viel, wie in einem Autoreifen steckt. Wehe, auch nur die geringste Menge Luft entweicht! Dann ist der dicke Prüfkandidat beim Test durchgefallen.

Liegt der Fehler zum Beispiel am Material, dann ist oft der Rat von Stefanie Rosenkranz gefragt. Die Qualitätsprüferin betreut rund 100 Mitarbeiter in der Fertigung von Pumpen für zentrale Heizungs- und Klimaanlagen, wie sie etwa in Wohnhochhäusern zum Einsatz kommen. Und können die Monteure das Problem selbst nicht lösen, muss sich die 25-Jährige darum kümmern. Ein Job mit viel Verantwortung also. Doch das reicht ihr nicht. Sie plant schon den nächsten Karriere-Sprung.

Jede zweite Firma will mehr für Frauen tun

Rosenkranz ist ein Beispiel dafür, wie Frauen in Deutschlands wichtigstem Industriezweig Metall und Elektro (M+E) ihren Weg nach oben gehen. Es sollten aber noch mehr sein: Denn bei den Führungspositionen im mittleren und oberen Management der Branche schwankt der Anteil der Frauen gerade einmal zwischen 8 und 10 Prozent.

Jeder zweite Betrieb will das jetzt ändern – mit gezielten Förderungsmaßnahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der M+E-Arbeitgeberverbände.

Auch Rosenkranz dürfte die Statistik ein wenig aufpolieren. Nach ihrer Industriemechaniker-Lehre und Weiterbildung zur staatlich geprüften Technikerin strebt sie in dem Technologie-Unternehmen – weltweit fast 6.300 Mitarbeiter, davon 1.125 in Dortmund – eine Tätigkeit als Führungskraft an. „Ich will weiterkommen“, sagt sie.

 

Wie sehr das Frauenthema in Bewegung gekommen ist, zeigt auch der Job von Harriet Schmucker. Die 30-Jährige ist bei Wilo in der Personalabteilung dafür zuständig, unter den Werkstudenten und Praktikanten auf Talentsuche zu gehen. Jahr für Jahr absolvieren rund 100 angehende Akademiker bei dem Pumpenproduzenten ein mehrmonatiges Praktikum. „Dabei habe ich natürlich auch die jungen Frauen im Blick“, sagt sie. Auch sie hat große Pläne: „Wir sind ein internationales Unternehmen, da ergibt sich bestimmt die eine oder andere Aufstiegschance.“

Vom Vater das Schweißen gelernt

Christin Czerwinski hingegen kann es kaum erwarten, endlich den Gesellenbrief in der Tasche zu haben. Die 21-Jährige lässt sich zur Zerspanungsmechanikerin ausbilden. Eine Frau mit Spaß an der Technik: Von ihrem Vater lernte sie das Schweißen, gerade erst hat sie an ihrem alten BMW den Auspuffkrümmer gewechselt.

Die Auszubildende gehört ebenso zu denen, die von den Metallbetrieben umworben werden, um die drohende Fachkräftelücke zu schließen. 2010 waren nur 7 Prozent aller neuen Azubis in den Fabriken weiblich.


 

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