Die Innenwand fürs Flugzeug

Diehl Aircabin in Laupheim stattet den Airbus mit Komfort aus

Laupheim. Wenn der Airbus abhebt, muss jedes Schräubchen sitzen. Jedes kleinste Detail ist geprüft, damit sich die Passagiere in der Luft sicher und ebenso wohlfühlen können.

Daran arbeiten auch die rund 1.700 Mitarbeiter von Diehl Aircabin in Laupheim. Das Unternehmen gehörte bis vor wenigen Jahren zum Flugzeug-Konzern Airbus und ist jetzt Teil der Diehl-Gruppe. Hauptabnehmer ist jedoch nach wie vor der frühere Mutterkonzern.

Was in Laupheim gefertigt wird, kommt in den Flugzeugmodellen A320, A330, A380 und dem brandneuen Modell A350 XWB zum Einsatz. Das sind Klima- und Lüftungsrohre, Schlafkabinen für die Bordcrew und die innere Kabinenverkleidung.

Die Kabinenbestandteile der Flugzeuge müssen einiges aushalten können: „Der Abstand zwischen der Passagierkabine und der rauen Außenwelt ist gering“, erklärt Günter Unseld, Leiter der Produktion.

Die Temperaturen da draußen liegen bei kernigen Minusgraden von etwa 50 Grad Celsius. Drinnen sollen es die Fluggäste warm haben – und möglichst ruhig. „Das ist eine Herausforderung“, erklärt Unseld.

Denn nicht nur bei neuen Modellen, wie dem A350, wird auf jedes Gramm Gewicht geschaut, um den Flieger möglichst sparsam zu betreiben. Die Verkleidung muss gleichzeitig leicht und dennoch stabil sein und außerdem gut gegen Schall und Kälte isolieren. Diese Eigenschaften bringen spezielle Materialien aus Glas- oder Kohlefaser mit.

Dabei werden die Glasfaserzuschnitte in eine Form gelegt und erhitzt. Nach dem Abkühlen hat das Rohteil – zum Beispiel eine Seitenwand der Kabine – schon die gebogene Form des Flugzeugrumpfs. Es wird nun geschliffen und danach mit einer Folie überzogen. Selbstverständlich hat jede Fluggesellschaft ihr eigenes Tapetenmuster. Mit viel Handarbeit werden die Kanten gebügelt und versäubert.

Wenn dann die Fenstertrichter mit ihren Rollos eingebaut sind und die dicke Isolationsschicht aufgebracht ist, wird jedes Bauteil noch einmal genau unter die Lupe genommen.

Das können nur Mitarbeiter mit „besonderen Augen“, wie Unseld sagt: „Unsere Kunden, die Airlines, sind sehr kritisch. Da geht keine Ungenauigkeit durch.“

621 Flugzeuge hat Diehl Aircabin 2014 mit Kabinenteilen ausgestattet. Dabei hat jede Fluggesellschaft ihre besonderen Wünsche.

Auf Wunsch gibt’s den Sternenhimmel

Für die arabische „Emirates Airline“ etwa wird in den A380 ein „Sternenhimmel“ eingebaut. Dafür werden 22.000 Löcher in die Deckenplatten gebohrt. Auf Knopfdruck erstrahlen die Leuchtpunkte wie Tausende Sterne.

Dieser Wow-Effekt hat zusammen mit der Kabinenbeleuchtung praktische Gründe: „Damit werden Tag und Nacht simuliert; das mildert den Jetlag“, erklärt Unseld. „Außerdem ist es wunderschön, im Flugzeug unterm Sternenhimmel zu sitzen.“


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