Ausbildung

Die zweite Chance


Voller Tatendrang: Shiwa Mehdizadeh und Francisco Lutumba sind stolze „Joblinge“. Foto: Scheffler

Initiative „Joblinge“ hilft Jugendlichen beim Start in den Beruf

Frankfurt. Shiwa Mehdizadeh lächelt schüchtern. „Alle meine Freunde haben etwas Ordentliches gelernt – nur ich nicht“, sagt sie. Das soll sich jetzt ändern!

Die 22-Jährige ist eine von 24 Teilnehmern der Initiative „Joblinge“, die im März erstmals in Frankfurt startete, und arbeitslose Jugendliche in den Beruf bringen soll. In Berlin, München und Zwiesel läuft das Projekt schon erfolgreich.

Schlechte Noten sind kein Hindernis

Die gemeinnützige Aktiengesellschaft Joblinge wird von der Wirtschaft und öffentlichen Hand gefördert. Der Arbeitgeberverband HessenChemie zählt zu den Gründungsaktionären und engagiert sich im Aufsichtsrat.

Unternehmen wie Sanofi Aventis, Fresenius und Merz bieten Praktika und Ausbildungsplätze an. „Jugendliche, die sonst  vielleicht keine Chance auf eine Ausbildung hätten, können ihr Talent unter Beweis stellen“, sagt Axel Schack, Hauptgeschäftsführer von HessenChemie.

Alle Joblinge haben leider eines gemeinsam: Sie haben einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss. Hinzu kommen lange Lücken im Lebenslauf. Personalchefs sehen so etwas nicht gerne.

Shiwa Mehdizadeh nickt. Die erste Lehre brach sie nach der Hauptschule mangels Motivation ab und jobbte. Ihr Mitstreiter Francisco Lutumba (19) verlor in der Schule „den Faden“. Die Folge: miese Noten und Fehlzeiten.

Als Joblinge lernen beide innerhalb der nächsten sechs Monate wichtige Schlüsselqualifikationen wie soziale Kompetenzen. In Werkstätten bekommen sie einen ersten Kontakt zur Praxis.

Am Ende absolvieren sie ein Praktikum und können somit auf einen Ausbildungsplatz hoffen.

Bundesweit haben bereits 300 Joblinge das Programm durchlaufen. 70 Prozent von ihnen sind heute in einer Festanstellung.

 

Infos: www.joblinge.de

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